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Adolf
BURGER, Autor des Buches „Des Teufels Werkstatt“
Der Kommunist
und Jude Adolf Burger wurde im August 1943 verhaftet und in das
Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Als gelernter Buchdrucker
wurde er gemeinsam mit anderen jüdischen Häftlingen im April 1944
ins KZ Sachsenhausen gebracht, wo er in Baracke 18 und 19 in der
geheimen Fälscherwerkstatt tätig war. Neben englischen Pfund-Noten
wurden hier auch Briefmarken und Pässe gefälscht. Als im Frühjahr
1945 die Rote Armee näher rückte, wurden Burger und seine Kameraden
mit der Bahn ins oberösterreichische Salzkammergut gebracht, wohin
auch die Druckerei-Anlage und die wasserdicht in Kisten verpackten
Fälschungen transportiert wurden, die zu Kriegsende im nahegelegenen
Toplitzsee versenkt wurden. Burger war sowohl bei der Bergungsaktion
1961 als auch bei der vor kurzem beendeten Suchaktion des amerikanischen
Senders CBS am Toplitzsee als Berater tätig.
Adolf Burger
zeigte in seinem Vortrag den 1988 in der DDR gedrehten Film „Operation
Bernhard“, in der die Geschichte der Fälscherwerkstatt im KZ Sachsenhausen
nachgezeichnet wurde. In der darauf folgenden Diskussion wurde die
Frage gestellt, warum auch Briefmarken gefälscht wurden (so wurde
etwa eine Briefmarke mit einem Stalin-Portrait anstelle der englischen
Königin in Umlauf gebracht), die im Gegensatz zu den englischen
Pfundnoten keine Devisen einbringen konnten. Burger erklärte, daß
dies eine Reaktion auf eine vorangegangenen Aktion der Engländer
war, die gefälschte Briefmarken über Deutschland abwarfen, um damit
in der Bevölkerung Verwirrung zu stiften.
Eine andere
Frage aus dem Publikum betraf das nicht immer reibungslose Verhältnis
der verschiedenen Gruppen von Verfolgten des Nationalsozialismus
zueinander. Burger meinte in diesem Zusammenhang, daß die Vermittlung
der unterschiedlichen Erfahrungen von Verfolgung während der NS-Zeit
an die nachfolgenden Generationen wichtiger sei, als der Austausch
zwischen den einzelnen Opfergruppen.
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