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Ing.
Karel Zelenka, Direktor der Tschechischen Zentrale für Tourismus
Ing. Zelenka
wies in seinem Vortrag mit dem Titel „Böhmen in Österreich“ auf
die hohe Zahl von prominenten ÖsterreicherInnen aus Böhmen hin.
Er verwies dabei vor allem auf ein Liste mit 900 Namen aus dem Sudetenlandlexikon.
Anhand bekannter Namen wie etwa des Satirikers Karl Kraus, des jüdischen
Intellektuellen Egon Erwin Kisch oder des Schriftsteller Joseph
Ressel unterstrich Zelenka die Vielzahl von Beispielen österreichischer
Persönlichkeiten, die aus der Gegend Böhmen/Mähren stammen. Die
Schwierigkeit einer Zuordnung dieser zu einer Nationalität bzw.
ihrer eigenen Identität wurde anhand von Egon E. Kisch deutlich,
der im Exil auf die Frage, ob er sich denn als Deutscher oder als
Österreicher fühle, erwiderte, er verstehe sich vor allem als jüdischer
Intellektueller. Dies zeige auch, so Zelenka, daß die damals große
jüdische Gemeinde zumeist den deutschen Liberalen zugewandt waren.
Ein interessantes Detail des Vortrags von Karel Zelenka war auch,
daß Joseph Ressl, dessen Vater Sudentendeutscher war, heute sowohl
von TschechInnen, SlowenInnen, ÖsterreicherInnen und ItalienerInnen
für sich beansprucht wird.
In der Publikumsdiskussion
wurde noch darauf hingewiesen, daß das Aussprechen von Ortsnamen
in deutscher oder tschechischer Sprache bewußt Ideologien transportieren
kann, da z.B. slawische Ortsnamen germanisiert wurden (Iglau – Igel).
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