Ärger in Braunau: Hitlers Geburtshaus soll ein Wohnhaus werden

Unruhig ist’s in diesen Tagen im österreichischen Braunau: Im Geburtsort von Adolf Hitler ist eine Diskussion darüber entflammt, was aus dem Geburtshaus des unrühmlichen Sohnes der Stadt werden soll. Es gibt Pläne, wonach das Gebäude wieder ein Wohnhaus werden soll. Der Bürgermeister hat sich mit seiner Abwehr gegen die Einrichtung einer Holocaust-Gedenkstätte nicht nur in Braunau unbeliebt gemacht.

Zum Hintergrund: Das zweistöckige Gebäude im oberösterreichischen Braunau steht laut focus.de seit mehr als einem Jahr leer. Zuvor war in dem Haus, das sich in Privatbesitz befindet, eine Behindertenwerkstatt untergebracht. Hitlers Wohnhaus gehört einer Rentnerin. Sie hat die Immobilie an das österreichische Innenministerium vermietet. Untermieter ist die Stadt Braunau. Optisch macht das zweistöckige gelb-getünchte Gebäude an der Straße „Salzburger Vorstadt 15“ einen gepflegten Eindruck.

Der Ärger begann, als Bürgermeister Hannes Waidbacher von der ÖVP gegenüber der Zeitung Standard erklärte, in der umstrittenen Immobilie lieber Wohnungen als eine Holocaust-Gedenkstätte einrichten zu wollen. Wörtlich sagte er, die Gedenkstätte in Hitlers Geburtshaus sei „nicht zwingend“ nötig. Laut Standard sagte Waidbacher: „Man muss sich allgemein die Frage stellen, ob eine weitere Holocaust-Gedenkstätte einen Sinn ergibt, wenn es im Umkreis doch schon viele gibt. Und persönlich stelle ich mir schon auch die Frage, wofür ich Verantwortung übernehmen soll – ich bin zum Beispiel 21 Jahre nach Kriegsende auf die Welt gekommen. Und so geht es vielen Menschen in Braunau.“ Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa wollte Waidbacher laut focus.de diese Aussagen allerdings nicht wiederholen und gab an, offen für viele Nutzungsmöglichkeiten zu sein.

Der Historiker Andreas Maislinger, seines Zeichens Leiter der Braunauer Zeitgeschichte-Tage, setzt sich seit mehr als zehn Jahren dafür ein, ein Konzept für ein „Haus der Verantwortung“ für die Immobilie zu entwickeln. Bisher allerdings ohne Erfolg. Von der Idee, in dem Haus Wohnungen zu schaffen, hält er nichts. Er befürchtet gar, dass dort Neonazis einziehen könnten.

Im Innenministerium des Alpenlandes ist die Braunauer Diskussion ebenfalls angekommen. Von dort heißt es nun vorsichtig, man prüfe verschiedene Nutzungskonzepte, da es sich um ein historisch belastetes Gebäude handle, und sei um eine rasche Lösung bemüht.

immonet.news
http://news.immonet.de/arger-in-braunau-hitlers-geburtshaus-soll-ein-wohnhaus-werden/12120

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