Bloss kein Museum: Braunau kämpft um Hitlers Geburtshaus

Hitlers Geburtsstadt Braunau am Inn steht vor einem harten Kampf gegen seine Nazi-Vergangenheit. Das Haus, in dem der Diktator, Kriegsverbrecher und Massenmörder geboren wurde, steht für 2,2 Mio. Euro zum Verkauf. Politiker und Einwohner befürchten nun, dass das Geburtshaus zu einer Pilgerstätte für Extremisten werden könnte.

Hitlers Geburtshaus
Hitlers Geburtshaus

Braunaus Bürgermeister Gerhard Skiba hat versprochen, alles Menschenmöglich zu tun, gerade das zu verhindern. Die Stadt würde das Grundstück Salzburger Vorstadt 15 selbst kaufen, aber die Gemeinde verfügt nicht über genügend Geld. Skiba will jetzt in Wien um Hilfe bitten, wenn der Verkauf des Grundstücks durchgezogen werden soll.

Das Eckhaus verfügt über eine Grundfläche von rund 185 Quadratmeter mit einer Gewerbefläche im Erdgeschoss und zwei Stockwerken. Im ersten Stock wurde Hitler am 20. April 1889 geboren. Damals war im Erdgeschoss eine Kneipe (Zum Pommer, nach dem Namen der Besitzerfamilie), in der sich Hitlers Vater Alois regelmäßig betrank, bevor er zur Familie nach oben wankte.

Adolf Hitler in Trachtenhose und NS-Armbinde
Adolf Hitler in Trachtenhose und NS-Armbinde
Mit der Geburt des Führers und seiner Machtergreifung in Deutschland begann eine wechselvolle Geschichte der Immobilie. 1938, mit dem Anschluss Österreichs an Deutschland, wurde das Haus vom NS-Sekretär Martin Bormann zu einer nationalen Gedenkstätte gemacht. Die Initialen MB an einem Eisentor erinnern noch heute daran.

Bei Kriegsende versuchten fanatische Nazis, das Gebäude zu sprengen. Aber die amerikanischen Truppen waren schneller. 1952 wurde das Haus der ursprünglichen Eigentümer-Familie zurückgegeben und eine städtische Bibliothek eingerichtet. Danach mieteten eine Schule, eine Bank und ein technisches Institut die Räume, bis es zu einem Heim für Behinderte wurde. Dieses zog jetzt aber in modernere Räume um.

Historiker haben sich inzwischen mit dem Gedanken angefreundet, das Haus in ein Museum umzuwandeln. Aber Bürgermeister Skiba widerspricht energisch: „Dann würde die ganze Welt nach Braunau ins Hitler-Museum pilgern. Bisher gibt es bei uns keine Verbindung zu Hitler außer einem Gedenkstein für die Nazi-Opfer.

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