Braunau packt mutig „unerwünschtes Erbe“ an

Zeitgeschichtstage sollen Image der Geburtsstadt Hitlers aufpolieren.

Nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern das unerwünschte Erbe der NS-Zeit anpacken wollen zumindest die SP-Fraktion und die Bürgerliste Forum Mensch und Umwelt in Braunau. Vom 25. Bis 27. September finden deshalb Zeitgeschichtstage statt, auf denen Vergangenheitsbewältigung und damit auch Arbeit für die Gegenwart geleistet werden soll. Denn Braunau kiefelt noch immer am negativen Image, die Geburtsstadt Hitlers zu sein.

Braunau spürt die Verpflichtung, eine derartige Veranstaltung abzuhalten, begründet Bürgermeister Gerhard Skiba diesen mutigen Beitrag zur Vergangenheitsbewältigung, den VP und FP in Braunau nicht voll mittragen. Eines soll die Tagung nicht sein: hochgestochen wissenschaftlich. Ausdrücklich soll jeder Interessierte angesprochen werden, der sich mit dem unerwünschten faschistischem Erbe Braunaus und auch anderer Städte auseinandersetzten will. Denn auch aus den KZ-Orten Buchenwald, Dachau, Mauthausen, aus Hartheim, wo eine NS-Euthanasiestätte war, aus Gori und aus Predappio, wo Stalin und Mussolini auf die Welt kamen; aber auch Wels das an seinen braunen Flecken kiefelt, und aus Offenhausen mit seinen ewiggestrigen Dichterstein-Tagen kommen Vertreter.

Wie diese und anderer Ort mit ihrem Stigma umgehen, will der wissenschaftliche Leiter der Tagung, der Politikwissenschaftler Andreas Maislinger, herausfinden.

Oberösterreichische Nachrichten
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