Gerhard Skiba

Kaum ein Provinz-Bürgermeister kam jemals schneller in die Weltpresse als der 41-jährige Gerhard Skiba. Der Sozialist, der vor wenigen Monaten noch ein politisches Schattendasein führte, sorgte nach seiner Kür zum Braunauer Rathauschef ungewöhnlich rasch für frischen Wind.

Seine Entscheidung, ein Mahnmal vor dem Hitler-Haus in Braunau aufzustellen, brachte ihm zwar Morddrohungen von Rechtsradikalen ein, für das positive Echo, das sein mutiger Schritt umgekehrt in der ganzen Welt bewirkte, nahm Skiba die Drohungen aber „gerne“ in Kauf.

„Mir war natürlich klar, dass sich damit auch mein eigenes politisches Schicksal verknüpft“, gibt Skiba zu. „Doch ein gewisses Maß an Entscheidungsfreiheit muß man sich einfach bewahren.“ Wenn´s sein muß, sogar gegen die eigenen Parteifreunde, die ihn anfangs ebenfalls davon abhalten wollten, noch vor dem 100. Geburtstag von Adolf Hitler ein längst überfälliges Zeichen in Form eines Mahnmals aus Mauthausener Granit zu setzen.

Spätestens seit dem 20. April 1989 dürfte aber auch den Skeptikern bewusst geworden sein, was für einen guten Dienst Gerhard Skiba der Stadt durch seinen „Mahmal-Alleingang“ tatsächlich geleistet hat.

Oberösterreichische Nachrichten
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