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Tips 10. Dezember 2009
SAMMLUNG ROSMUS
„Oberösterreich 1945 ist ein Musterbeispiel, das zeitlos ist“
BRAUNAU. „Was Passau kapiert
hat, kapiert Braunau nicht“, sagt Anna Rosmus. Die Erinnerung an 1945 sei gleichermaßen
gebührender Dank, erzieherischer Wert und wirtschaftlicher
Erfolg.

Die US-Soldaten sahen sich 1945 in Oberösterreich und Bayern nicht als feindliche Besatzer, sondern als Freunde der Bevölkerung und großer Bruder der Kinder. Foto: Rosmus/Wallhalla Finale
Aus der Vergangenheit lernen, um eine bessere Zukunft zu schaffen. Dieser Leitgedanke steht über dem Vorhaben von Anna Rosmus, in Oberösterreich oder Bayern ihre Sammlung über das Jahr 1945 auszustellen.
Als wollten die Weltnachrichten ihre Worte unterstreichen. Am Mittwoch, 2. Dezember, war Barack Obama in den Schlagzeilen.
Er stellte einen neuen Versuch
vor, noch irgendwie aus dem Schlamassel des US-Einsatzes in Afghanistan zu kommen.
Am selben Tag war Anna Rosmus
in Braunau. Sie erinnerte dabei wieder an das „Musterbeispiel“:
„Oberösterreich im Jahr 1945 ist ein Musterbeispiel, das in meinen Augen zeitlos ist. An diesem Beispiel kann man ablesen,
wie Besatzung zum Wohl der Zivilbevölkerung funktionieren
kann.“ Die Lage nach dem Krieg war schier aussichtslos, die Menschen hungerten. Doch Bevölkerung
und US-Besatzer hätten
zusammengearbeitet und so „Oberösterreich rapide wieder in Schwung gebracht“. „Wir in Bayern
haben das Gegenteil erlebt“, weiß die gebürtige Passauerin.
Und so ist es auch nicht der Krieg in Europa oder der Sieg über die Nazis, an den sich die US-Veteranen
von damals erinnern. „Was ihnen am Herzen liegt, ist die Aufbauarbeit“, sagt Anna Rosmus, die seit 15 Jahren die Geschichten der Veteranen sammelt.
Diese Sammlung über die Befreiung und den Wiederaufbau in Oberösterreich und Bayern 1945 will sie der Öffentlichkeit nicht vorenthalten.
Rosmus: „Welche Stadt ein Gebäude
zur Verfügung stellt, ist für mich weniger wichtig.“ Mehrere
Städte (aber nicht Braunau) zeigen Interesse. Allein schon aus wirtschaftlichen Gründen. Passau erfahre seit 15 Jahren: Touristen aus den USA bringen Geld.
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