Braunauer Warte am Inn  17. Dezember 2009


KOMMENTAR

Gedankenspiele

Von Hermine Aigner

Was immer in Zukunft mit Hitlers Geburtshaus passiert, es wird weltweit kritisch beobachtet werden. Die Frage ist nur, ob die Stadt Braunau dabei eine aktive Rolle spielen darf. Klar ist, dass die Gemeinde als bisherige Mieterin gegen den Willen der Besitzerin ihre Ideen in Richtung „Haus der Verantwortung“ nicht umsetzen kann. Sie muss also akzeptieren, dass das Gebäude nach dem Auszug der Lebenshilfe anderweitig vermietet wird oder leer steht. Entschließt sich die Eigentümerin zum Verkauf, ist die große Frage, ob die öffentliche Hand gegenüber etwaigen Liebhaberpreisen mithalten kann, gesetzt den Fall, der Bund würde die finanzschwache Gemeinde überhaupt unterstützen. Bleibt nur noch die Möglichkeit, einen Käufer zu finden, mit dessen Verwertung sich die Stadt ansatzweise identifizieren kann.

So reizvoll alle Gedankenspiele zum Hitlerhaus sind – für Braunau ist das Dilemma groß.

 
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