Braunauer Rundschau  12. August 2004

GESCHICHTE / Engagierter Kunstschmied

Denkmal für Sinti

HOCHBURG-ACH / Bis 1941 lebte in Hochburg-Ach die Zigeunerfamilie Kerndlbacher. Sie hauste im Winter meistens im so genannten „Zigeunerhaus“ in Holzgassen, während sie ind er wärmeren Jahreszeit landauf, landab zog, um sich mit Pferdehandel, Messer- und Scherenschleifen, Flicken von Regenschirmen oder Musizieren in Gasthäusern den Lebensunterhalt zu verdienen.

Einige Mitglieder der in Österreich etwa 300 Personen zählenden Sippe wurden sogar in der Pfarrkirche Hochburg getauft; eine erste Eintragung in den Taufmatrikeln findet sich bereits 1765. Im Acher Friedhof ist Robert Kerndlbacher, ein guter Musiker, beerdigt.

Der Rassenwahn des NS-Regimes machte auch vor der Großfamilie Kerndlbacher nicht halt. Nur drei Familienmitglieder überlebten die Verschleppung bzw. die Vernichtung in Konzentrationslagern. In Enns lebt heute nur noch Rosa Winter-Kerndlbacher.

Im Gedenken an diese unmenschliche Ausrottung dieser Sintifamilie plante, fertigte und errichtete der Kunstschmied und Metallbildhauer Peter Lechner aus Holzgassen eine Gedenkstätte am Burgsteigerberg, auf dem Grundbesitz von Erich Esterbauer, vulgo Erber, völlig kostenlos. Er hat nämlich die Familie Kerndlbacher als Bub noch gut gekannt. Den Steinsockel für das Kleindenkmal fertigte Jakob Just.

Auf dem Gedenkmarterl liest man die ganze Lebensgeschichte und das Schicksal der Sintifamilie.

 

 

 
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