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Oberösterreichische Nachrichten 16. März 2011 Aufregung
um Braunauer Fraktionsbeitrag
Von
Max Hofer
BRAUNAU.
Eine Passage in der jüngsten Ausgabe der „Braunauer
Stadtnachrichten“ will Andreas Maislinger nicht stillschweigend
hinnehmen. Der wissenschaftliche Leiter der „Braunauer
Zeitgeschichte-Tage“ verwehrt sich gegen die „unbegründete
Polemik“ und fordert ein klärendes Gespräch mit der FP. Auch
die VP und die SP kriegen ihr Fett ab.
Die
Stelle findet sich unter der Rubrik „Fraktionsnachrichten“
auf Seite 8 der Ausgabe. Als Verfasser scheint Christian
Schilcher auf. Der stellvertretende FP-Fraktionsobmann wendet
sich mit folgenden Worten an die Leser: „Haben Sie bemerkt,
dass ein den beiden Altparteien nahestehender Herr im Geburtshaus
des Jahrhundertverbrechers Hitler ein ,Haus der Verantwortung‘
errichten möchte, was natürlich die Stadtgemeinde zu bezahlen
hätte?“
Am meisten jedoch
ärgert sich Andreas Maislinger über den Nachsatz: „Haben Sie
bemerkt, dass wir nicht dafür verantwortlich sind, dass Hitler
hier geboren wurde?“ Maislinger reagierte per E-Mail: „Ja,
ich habe es gemerkt, und ich darf davon ausgehen, dass Sie mit
dem erwähnten , ´den Altparteien nahe stehenden Herrn‘ mich
gemeint haben. Mein Konzept sieht nicht vor, dass die Kosten für
das ,Haus der Verantwortung‘ von der Stadt Braunau getragen
werden sollen. Darf ich Sie daher umgekehrt fragen, wie Sie zu
dieser Vermutung gekommen sind?“
Eine Antwort
erhielt der wissenschaftliche Leiter der Braunauer
Zeitgeschichtetage anscheinend nicht, weil sich Andreas
Maislinger zwischenzeitlich an FP-Landesrat Manfred Haimbuchner
gewendet und diesen ersucht hat, ihm ein Gespräch mit der FP
Braunau zu vermitteln.
Maislinger teilt
Haimbuchner in einer E-Mail mit, dass er bereits im Jahr 2000 der
Stadt Braunau das Projekt „Haus der Verantwortung“
vorgeschlagen habe. „Nach anfänglich guten Gesprächen mit der
Ex-FP-Abgeordneten Daniela Raschhofer war es später leider nicht
mehr möglich, mit Vertretern der FP Braunau über die ,Braunauer
Zeitgeschichte-Tage‘ zu sprechen“, so Maislinger in seiner
Ausführung.
„Schlaglochpartei“
Außerdem hält
der Wissenschafter fest: „Auch die unbegründete gegen mich
gerichtete Polemik von Christian Schilcher in den ,Braunauer
Stadtnachrichten‘ ändert nichts an meiner
Gesprächsbereitschaft. Ich habe auch nie behauptet, dass die
Stadt Braunau bzw. die Braunauerinnen und Braunauer dafür
,verantwortlich sind, dass Hitler hier geboren wurde‘. Warum
wird dies dann von Herrn Schilcher in den ,Braunauer
Stadtnachrichten‘ unterstellt?“
Liest man den
FP-Beitrag – alle Braunauer Parteien können sich hier auf
einer Doppelseite an ihre Wähler wenden – zur Gänze durch,
erkennt man rasch, dass nicht nur Andreas Maislinger in der
Rubrik sein Fett abkriegt. So wird die VP, die seit Kurzem mit
Hannes Waidbacher den Bürgermeister stellt, als
„Volkskreditpartei“ bezeichnet, die gemeinsam mit der
„SP-Schlaglochpartei jeden finanziellen Spielraum der
Stadtgemeinde vergeigte, weshalb es heuer nicht möglich sein
wird, auch nur die gröbsten Straßenschäden zu beheben“.
„Inländerfeindlich“
Weiters kündigt
die FP an, dass sie in der nächsten Gemeinderatssitzung eine
Resolution zur Streichung der Wohnbeihilfe für
Drittstaatsangehörige einbringen werde, aber schon jetzt davon
ausgehe, dass sie die „inländerfeindlichen Fraktionen“
ablehnen werden.
Die
großen Aufgaben gemeinsam lösen
Den Beitrag
der Grünen in den „Fraktionsnachrichten“ der Braunauer
Gemeindepostille wird VP-Bürgermeister Hannes Waidbacher sehr
erfreut zur Kenntnis genommen haben. Fraktionschef Manfred Hackl
teilt darin mit: „Wir sind bereit, zusammen zu arbeiten. Damit
Braunau umweltfreundlicher,
attraktiver und lebenswerter wird.“ Hackls Artikel trägt die
Überschrift „Die großen Aufgaben gemeinsam lösen“. Nicht
minder gut dürfte beim neuen Stadtchef der Beitrag von
SP-Vizebürgermeister Günter Pointner angekommen sein. Pointner
bedankt sich dort bei seinen Wählern und teilt mit, dass er auch
weiterhin als SP-Vize zur Verfügung stehe. Und dann schreibt er
noch: „Ich biete Hannes Waidbacher meine persönliche
Zusammenarbeit an.“ Das breite Angebot zur Zusammenarbeit kann
der Braunauer Bürgermeister gut brauchen, weil er nur über
sechs der insgesamt 37 Gemeinderatsmandate verfügt. Um
Entscheidungen erwirken zu können, braucht Waidbacher 19
Stimmen. Die erste Gemeinderatssitzung unter seiner Führung
steht am Donnerstag, 31. März, um 17 Uhr im Stadttheater an
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