Oberösterreichisches Tagblatt  29. März 1989

Mahnstein vor Hitler-Geburtshaus

Granit aus Mauthausen-Steinbruch

Braunau (red.) Vor dem Hitler-Geburtshaus in Braunau am Inn soll in den nächsten Tagen ein Mahn- und Gedenkstein aufgestellt werden. Bürgermeister Gerhard Skiba will damit ein deutliches äußeres Zeichen setzen, dass man in Braunau zur Vergangenheit steht und der Opfer des Faschismus gedenkt. Vor fünf Jahren war der Plan, eine Gedenktafel am Hitler-Haus anzubringen, am Widerstand der Hauseigentümerin gescheitert.

Am 20. April jährt sich Hitlers Geburtstag zum 100. Mal. Die Vorbereitungen für die Aufstellung des Mahnmales laufen. Derzeit werden die Fundamente für den 150x130 Zentimeter großen Gedenkstein errichtet. Es handelt sich um einen Granitblock aus dem Steinbruch des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen. Er trägt die Inschrift „Für Frieden, Freiheit und Demokratie. Nie wieder Faschismus. Millionen Tote klagen an.“ Bürgermeister Skiba erklärte zu dem Denkmal, Braunau wolle Tragisches nicht verdrängen. Man neige sich im Gegenteil in Ehrfurcht und Trauer vor allen, die Opfer jener schrecklichen Zeit und ihrer schuldhaften Verirrungen geworden seien.

Die Sicherheitsbehörden haben angekündigt, man habe bereits umfangreiche Vorkehrungen getroffen, um Zwischenfälle rund um dien Hitler-Geburtstag zu verhindern. Die Hochschülerschaft hat für diesen Zeitpunkt eine antifaschistische Demonstration angekündigt.

 

 
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