11. Braunauer Zeitgeschichte-Tage "Wenige Gerechte?"
Zivilcourage und Widerstand in Diktaturen
Braunau am Inn, Kultur im Gugg 27.- 29. September 2002


Tbilissi, 1992

Sasa Dshochadse an Andreas Maislinger


An Herrn Andreas Maislinger

Herr Maislinger,

Sie werden von dem Bewohner der Hauptstadt der Republik Georgen, geb.im Jahre 1964, Nationalität - Georgier, vom Beruf - Jurist (ich bin als Chef-Untersuchungsführer im Stadtprokurator Tbilissi tätig) - Sasa Dshochadse, begrüsst.

Mich interessiete sehr die in unserer hauptstädtlichen Presse veröffentlichte Mitteilung vom meinen Landsmann - Studenten der polytechnischen Fakultät der Universität Innsbruck Giorgi Darsalia. Diese Mitteilung betrifft die unter Ihrer Leitung in der Stadt Braunau vorbereitete Konferenz, die dem hundersten Geburtstag von Adolf Hitler gewidmet ist. Aus der Mitteilung folgt, daß auf der Konferenz die Beachtung nicht nur der Persönlichkeit vom Adolf Hitler geschenkt wird, sondern auch der Persönlichkeit vom Jossif Stalin und dem "unerwünschten Erbe", das der Menschheit von ihnen hinterlassen worden ist, sowie der Stimmung und Neigung, die zu diesen beiden historischen Giganten in ihren Heimatstädten herrschen. Dort ist auch davon die Rede, daß Sie persönlich sich sehr inte- ressiert sind, im Rahmen der obengenannten Fragen, die wissen- schaftlichen Kontakte mit Historikern, Soziologen und Psycholo- gen Georgiens anzubahnen.

Obgleich ich kein professionaler Historiker, Soziologe oder Psychologe bin, als Angehöriger der Jurisprudenz kenne ich in gewissem Grad auch diese Berufe, außerdem sind dazu die von mir durchgeführten juristischen Analysen von diesem oder jenem Ereignis zuzusetzen. Außerdem, dank meiner Verwandten - Gori-Bewohner, kenn ich sehr gut die Stadt Gori, ihre Geschichte und die Neigung zur Persönlichkeit vom Jossif Stalin, die unter ihren Bewohnern herrscht. Im Zusammenhang von diesen Fragen habe ich die bestimmten Betrachtungen durchgeführt und habe mein eigenes Urteil. Von dem Obengenannten ausgehend, würde ich sehr froh das jenen Personen mitzuteilen, die sich wirklich mit obenerwähnten Fragen wissenschaftlich interessieren.

Außerdem, was ich besonders interessant halte, meine Auf- merksamkeit hat schon vor vielen Jahren die Philosophie vom Friedrich Nietzsche stark auf sich gezogen, und zwar sein Werk "Also sprach Zarathustra" im Zusammenhang mit der philosophischen Portreten vom Adolf Hitler und Jossif Stalin. Ich habe ein immer noch nicht veröffentlichtes Werk "Adolf Hitler, Jossif Stalin und Zarathustra". In der Erwähnung der Philosophie vom Friedrich Nietzsche, stelle ich im deren Hintergrund zwei Persönlichkeiten, die den energischen und eisernen Willen, unerschütterlichen seelischen und ideelen Ersucht beherrschen, die als Zwillinge vor allem in den Ideen und dann in allen üblichen ähnlich sind. Unbeachtet dessen, daß Jossif Stalin in der Philosophie vor allem dem Marxismus den Vorzug gab, näherte er sich mit seinem Leben und seiner Tätigkeit zum "Übermenschen" vom Friedrich Nietzsche, dem Adolf Hitler so stark huldigte. Nach den Wörtern von Zarathustra "die Hauptsache ist Existenz des "Übermenschen", der im folgenden seine großen moralischen Eigenschaften der ganzen Nation über- gibt und letzten Endes wird auch die Nation "Übernation" usw. Ausgerechnet als solcher Mensch betrachtete Adolf Hitler vor allem sich und dann seine Nation. Er meinte, daß ausgerechnet darum er mit seiner Nation die Welt beherrschen verdiente und damit andere Nationen, die ganze Menschheit durch den Weg der Entwicklung solches "Übermenschen" zu führen, der so stark in ihm ideologisch steckengeblieben ist.

Adolf Hitler sah das im Licht der nationalen Fragen, Jossif Stalin dagegen macht dasselbe ausgehend von der sozialen Stellung. Jossif Stalin betrachtete sich als "Übermenschen", und der Staat, den er leitete - als "Überstaat" mit seiner sozialen Gerechtigkeit und hoher Moral. Er war auch zur Idee geneigt, die ganze Welt unter seiner Macht zu stellen und damit zu der Aufschwung der Welt und Menschheit beizutragen. Diese zwei Persönlichkeiten waren fest, einfältig und fanatisch von der Gerechtigkeit und der Hochwürdigkeit ihrer Ideen überzeugt. Zwischen ihnen besteht die Unterschied nur in einer Frage - Hitler verfolgte dieselbe Idee, ausgehend von der nationalen Frage, und Stalin verfolgte dieselbe Idee, ausgehend von der sozialen Frage. Gerade darum ist es wahrscheinlich schwer die Wahrheit festzustellen, wer wirklich als erstenr den Krieg begonnen hat, wenn ein den Krieg nicht begonnen hätte, so würde es unbedingt der andere machen - sie waren doch die Träger ein und derselben Idee, obwohl sie in verschiedenen Ländern geboren waren, sprachen verschiedene Sprachen, waren der verschiedensten Nationalitäten, waren miteinander nicht bekannt, aber hatten ein und dieselbe Interessen und Idealen, aber "ein und derselbe" nach dem allge- meingültigen Gesetz der Physik einander abstoßen, weil entweder ein oder andere bleiben soll.

Adolf Hitler kennte sehr gut die Philosophie von Friedrich Nietzsche, seine Ideen und er erkannte sie an, und Stalin haltete sie für reaktionelle, obgleich innerlich, im Unterbewußtsein er auch sein lebendiger Nachfolger war. Trotzdem konnte letztlich keiner von beiden wirklich Zarathustra-Predigten realisieren, weil sie letzten Endes die Menschen waren und diese Ideen als übliche Sterblichen verwirklichten, was hat auch zur Katastrophe geführt und so viel menschliche Leben zum Opfer gebracht.

Über das Obenerwähnten habe ich konkreteres breitere Urteil, wo ich außerdem die elementaren Fragen erwähnte. Was meiner Meinung nach große Interesse für jene Personen von großem Interesse ist, die beliebige mit den Persönlichkeiten von Adolf Hitler und Jossif Stalin verbundenen Fragen untersuchen.

Herr Maislinger, wenn Sie wirklich sich mit erwähnten Fragen interessieren, so bitte ich Sie auf jeden Fall mir die Antwort (entweder positive, oder negative) betrefflich künftiger Zusammen- arbeit zu schreiben.

In der Hoffnung, von Ihnen eine günstige Antwort zu erhalten, verbleibe ich

hochachtungsvoll S. Dshochadse