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11. Braunauer Zeitgeschichte-Tage "Wenige Gerechte?" Fred Friedman Alfred Friedmann (später Fred Friedman; * 5. Oktober 1926 in Salzburg; † 16. Januar 2008) war ein erfolgreicher Flüchtling vor der Judenverfolgung. Er konnte 1938 mit gefälschten Papieren gemeinsam mit seiner Schwester über die Grenze in die Schweiz flüchten, um der Judenverfolgung durch das NS-Regime zu entkommen. Von dort ging es nach Frankreich und später in die USA. Dort lebte er in Clarence im Bundesstaat New York. Leben 1923 übersiedelten Otto und Hildegard Friedmann von Wien nach Salzburg, wo sie an der Haunspergerstraße 25 ein Wohnhaus kauften. Der Vater war als Holzhändler tätig. Vier Jahre nach Alfred kam Grete, ihr zweites Kind, auf die Welt. Alfred war das einzige jüdische Kind in seiner Klasse und bekam ab 1937 den Antisemitismus zu spüren. Nach dem Anschluss Österreichs an NS-Deutschland 1938 konnte Alfreds Vater durch Albert Falk, einen Freund in der Schweiz, Österreich verlassen. Alfred musste als Jude im Sinne der Nürnberger Rassengesetze die Realschule verlassen. Auch die ehemaligen Mitschüler wandten sich gegen ihn. Er und sein jüdischer Freund wurden mit Steinen beworfen, seine ehemaligen Mitschüler grüßten ihn nicht mehr. Seine Schwester wurde im Kloster Nonntal aufgenommen. In der "Reichspogromnacht" 1938 wurde die Salzburger Synagoge verwüstet, jüdische Männer verhaftet, Geschäfte zerstört und Auslagen geplündert. Doch Alfred und seine Familie, die in einem Außenquartier wohnten, blieben von den Ereignissen zunächst verschont. Ende 1938 fuhren Alfred, seine Schwester und seine Mutter mit dem Zug nach Freiburg. Dort übernachteten sie bei einem Universitätsprofessor, der vielen Flüchtlingen half. Alfred und seine Schwester wurden dann einer Frau aus Basel übergeben. Sie hatte einen gefälschten Pass, in dem die Geschwister Friedmann als ihre eigenen Kinder eingetragen waren. Das alles hatte Herr Falk arrangiert, der bereits seinen Vater gerettet hatte. Auf dem Weg über die Grenze erkannte der Grenzsoldat die beiden Kinder, weil er in Salzburg gelebt hatte, ließ aber alle drei passieren. So konnten Alfred und seine Schwester zu ihrem Vater zurückfinden. Seine Mutter lebte weiterhin in Salzburg, musste aber bald die Wohnung verlassen. Albert Falk arrangierte Kontakte in Vorarlberg und St. Gallen. Dank der Unterstützung des Polizeikommandanten von St. Gallen, Paul Grüninger, der 1939 von der Regierung fristlos entlassen und wegen Amtspflichtverletzung und Urkundenfälschung verurteilt wurde, konnte Frau Friedman über den Rhein in die Schweiz gelangen. Die wiedervereinte Familie Friedman reiste über Frankreich und Spanien schließlich 1941 mit einem der letzten Flüchtlingsschiffen nach New Jersey und wurde dort von Verwandten abgeholt. Alfred ging in den USA in die Schule und später auch zum Militär. In der Armee bat Alfred mehrmals darum, nach Europa geschickt zu werden, um bei der Befreiung von Deutschland und Österreich mitzuhelfen. Dafür hatte der Hauptmann allerdings kein Verständnis. Zuerst war Alfred Infanterist, später arbeitete er im Lazarett. Nach dem Militärdienst erhielt Alfred am 12. April 1945 als Fred Friedman die amerikanische Staatsbürgerschaft. In der Salzburger Wohnung der Familie Friedman wohnte während der Zeit des Nationalsozialismus Otto Begus. Nachdem er 1945 verschwand, zog die tschechische Schauspielerin Lida Baarova, in den Dreißigerjahren eine Geliebte von Joseph Goebbels, in die Wohnung ein und wohnte dort bis zu ihrem Tod im Jahre 2000. Fred Friedman absolvierte Studien in Buchhaltung und Jus und eröffnete 1955 seine eigene juristische Firma. In den Achtzigerjahren begann er sich für das Schicksal seiner Großeltern zu interessieren - umso mehr, als zu Hause nie darüber gesprochen worden war. Im Dokumentationszentrum des Bundes Jüdischer Verfolgter des Naziregimes in Wien erfuhr er aus den Akten der Gestapo, dass seine Großmutter mütterlicherseits 1944 in Wien gestorben war, während seine Großmutter väterlicherseits nach Theresienstadt deportiert und dort ermordet wurde. 2004 engagierte er sich um die Holocaust-Aufklärung im Programm "A Letter To The Stars", in dem mehr als 15.000 österreichische Schulkinder involviert waren. Auf Einladung von Andreas Maislinger war er 2002 Gast beim Empfang in Braunau am Inn zur Feier des Jubiläums von 10 Jahren Gedenkdienst. Von 2002 bis 2006 war er österreichischer Honorarkonsul für Buffalo und Western New York.[1] Er hinterliess eine Frau und drei Söhne.
Übernommen von: Wikipedia
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