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| APA 2. Oktober 2003 Zeitgeschichte/Südtirol/Böhmen/Oberösterreich/Vorschau "Parallele Leben" als Thema der 12. Braunauer Zeitgeschichte-Tage Symposion von 10. bis 12. Oktober - Drei Orte aus Böhmen, Südtirol und dem Innviertel machen Geschichte anschaulich Linz (APA) - Die Geschichte dreier Orte aus Böhmen, Südtirol und dem Innviertel stehen im Mittelpunkt der 12. "Braunauer Zeitgeschichte-Tage" unter dem Thema "Parallele Leben". Wie es den Einwohnern von Broumov, Braunau und Lavorne im 20. Jahrhundert ergangen ist, welcher Schmerz durch Krieg, Vertreibung, Besetzung und Diktatur verursacht wurde, aber auch welche Hoffnung und Freude durch Wiederaufbau und Annäherung entstehen konnte, werde Thema der Vorträge und Diskussionen vom 10. bis 12. Oktober im Kulturzentrum Gugg sein, kündigte der Initiator, der Innsbrucker Zeitgeschichtler Andreas Maislinger, an. Bis zum Ersten Weltkrieg gehörten Böhmen, Südtirol und das Innviertel zu einem Staat. "Plötzlich verschoben sich die Grenzen, aus Mitbürgern wurden Kontrahenten und die Regionen nahmen unterschiedliche Entwicklungen", so Maislinger. Dass es trotzdem Parallelen gab und gibt, davon seien die Organisatoren der Zeitgeschichte-Tage überzeugt. Lebendig werden diese "parallelen Leben", weil es bei dem Symposion um drei konkrete Orte gehe, die die Geschichte anschaulich machen. Im Mittelpunkt stehen neben dem heimischen Braunau das böhmische Broumov - bis 1945 deutschsprachig und ebenfalls Braunau genannt - sowie Lavarone in Norditalien. Die Bewohner dieser Gemeinde, die im Frontgebiet lag, waren 1915 deportiert worden. "Einerseits mit dem Argument der Sicherheit, aber auch weil die österreichische Führung Verrat durch die Italiener gewittert hat", erklärte Florian Kotanko, Vorsitzender des Vereins für Zeitgeschichte. Unter anderem wurden die Menschen in den Bezirk Braunau gebracht und dort in einem riesigen Lager konzentriert. Das Thema "Parallele Leben" sei so zu verstehen, dass es darum gehe, zu zeigen, wie sich Ereignisse von übergeordneter Bedeutung in den drei Orten niedergeschlagen haben, so Kotanko. Beispiel: Wie hat sich die Weltwirtschaftskrise ausgewirkt, wie hat sich die Infrastruktur entwickelt, wie das Bildungssystem? Zu den Zeitgeschichte-Tagen entsendet die Stadt Broumov unter anderem den Vertreter der sudetendeutschen Vertriebenen, um über die Geschichte bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges zu berichten. Als Referenten sind Historiker aus den drei Gemeinden und ihre Bürgermeister geladen, darüber hinaus diskutieren der Leiter der Kultursektion im Außenministerium, Botschafter Emil Brix, Jan Hlousek vom Generalkonsulat der Tschechischen Republik in München und der italienische Senator Alberto Robol aus Rovereto. (S E R V I C E: 12. Braunauer Zeitgeschichte-Tage "Parallele Leben"
von 10. bis 12. Oktober im Kulturzentrum Gugg. Programm im Internet
unter: http://www.hrb.at/bzt) (Schluss) con/dru
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