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Altötting, 13. Dezember 2004
Sehr geehrter Herr Dr. Maislinger,
zu Ihrer Anfrage ist mir nun doch etwas eingefallen. Viel ist es nicht, aber
Sie können selber besser darüber urteilen:
Im Stadtgebiet Altötting befindet sich die sog. "Eschbachkapelle", ein
"Nachbau" des Jahres 1990. Die Vorgänger-Kapelle hatte ursprünglich einen
anderen Standort, auch in Altötting, aber unweit des "Eschbaches", auf
freier Flur, stand aber, wie halt leider so oft, der baulichen Entwicklung
im Wege. Obwohl also die alte Kapelle nicht gerettet wurde, hat die neue den
Vorteil, an einer wesentlich besser einsehbaren Stelle erbaut worden zu
sein.
Die alte Kapelle war etwa um 1750 errichtet worden und erinnerte an Bauern
der Umgebung, die von kaiserlich-österreichischen Husaren niedergemacht
wurden. Der "Sebald in Feuchter, Schmid in Lindach, Fuchs in Reith,
Zwieselsberger, Pöhler (= Bichler) und Weglehner aus der Waldpfarr St.
Georgen". Im Sommer 1705 hatten sich im nahen Teising und Tüßling
rebellische Bauern zusammengerottet und zogen, unter der Anführerschaft des
Metzgers Khurtz aus Hohenwart, nach Mühldorf. Von den Österreichern
zurückgeworfen, zogen sie sich nach Altötting zurück. 30 Mann wurden von
ihrem Kommandanten nach Mörmoosen geschickt, um das dortige Pfleghaus zu
stürmen, in dem sich der kaiserlich-österreichische Präfekt David Kreitmeyer
niedergelassen hatte. Unterwegs jedoch wurden sie von österreichischen
Husaren überrumpelt und niedergemacht.
Der Erbauer der Kapelle ist leider unbekannt.
Ich füge noch zwei Fotos bei.


Außerdem habe ich im Stadtmuseum Neuötting von Ihrem Anruf berichtet. Wenn
sich dort etwas finden lässt, wird man mit Ihnen Kontakt aufnehmen! In
Marktl, hat man mir erzählt, hätten Sie selber angefragt.
Mit freundlichen Grüßen
Renate Heinrich
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