14. Braunauer Zeitgeschichte-Tage "Braunauer Parlament"
Adel, Klerus, Bürger, Bauern 1705 - 2005
Braunau am Inn, Stadttheater 23.- 25. September 2005


Horst Rankl

Horst Rankl wurde am 2.1.1940 in Hartmanitz/Sud. geboren. Im Zuge der Vertreibung kam er im Frühjahr 1946 zuerst nach Kassel und dann  im Sommer nach Ansbach. Dort besuchte er die Volksschule und das Gymnasium.
1957 trat er in den Bundesgrenzschutz in Rosenheim ein.
1964 heiratete er Hannelore , geb. Strobl.
1970 wurde Rankl zum Bundesministerium des Inneren versetzt und begann in Köln ein 3-jähriges Studium zum Diplomverwaltungswirt an der Beamtenfachhochschule. Nach Ende des Studiums fand er beim Bundesamt für Asylangelegenheiten in Zirndorf Verwendung, bis er 1974 wieder nach Rosenheim zurückkehrte und dort Leiter des Ausländeramtes der Stadt Rosenheim wurde.
1980 wechselte Rankl in das Hauptamt der Stadt Rosenheim. Als dessen Leiter trat er am 31.1.2005 als Verwaltungsoberamtsrat nach 47 Berufsjahren in den Ruhestand. 

Schon sehr früh begann Rankl sich mit dem Schreiben und dem Theater auseinander zu setzen. Anfangs schrieb er kleine Szenen, Sketche und Gedichte für die Schule und später für Vereins- und Kameradschaftsabende. Hierbei wurde er von einem Rosenheimer Theaterfachmann, Rolf Cattepoel, entdeckt. Gleich seine erste große Rolle war mit 24 Jahren die des Peppone in dem Theaterstück „Don Camillo und Peppone“. Von da an spielte er meist die Hauptrollen und einer Vielzahl von Stücken, wie zum Beispiel in Nestroys Werken „ Lupazivagabundus“ den Zwirn, in „Der Färber und sein Zwillingsbruder“ die Doppelrolle, in „Das Mädl“ aus der Vorstadt den Schnoferl oder in „Der Talisman“ den Titus Feuerfuchs. Ferner war er in klassischen Rollen vertreten, so z. B. als  Hauptmann von Köpenick im gleichnamigen Stück, ferner im „Haus in Montevideo“,  in „Der Lügner und die Nonne“, in „Das Fenster zum Flur“, in „Das kleine Teehaus“, in „Der zerbrochene Krug“ sowie in vielen Stücken von Ludwig Thoma und andern  bayerischen Autoren. 

Auch in vielen Musicals war und ist Rankl noch zuhause. Seine Paraderollen sind der Milchmann Tevje in „Anatevka“ oder der Pseudolus in „Zustände wie im alten Rom“. 

Besonderes Engagement entwickelte Rankl in den vergangenen 25 Jahren für das Kindertheater. Hier gelang es ihm immer wieder tausende von begeisterten Kindern und Jugendlichen in der Vorweihnachtszeit in die Spielstätte, das Rosenheim Kultur- und Kongresszentrum, zu holen. Klassische wie moderne Stücke wechseln jährlich im Programm.  

Neben seiner schauspielerischen Tätigkeit übernahm Rankl immer wieder auch die Stelle eines Regisseurs sowohl im Kinder- als auch im Erwachsenentheater.

Seit 1995 leitet Rankl die Historischen Stadtspiele in Rosenheim. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass alle zwei Jahre ein herausragendes historisches Ereignis der Stadtgeschichte, gepaart mit den jeweiligen Entwicklungen der Landes- und Reichsgeschichte, im Herzen Rosenheims, auf dem Max-Josefs-Platz, zur Aufführungen gelangt.
Anfangs schrieb der bekannte Romancier Carl Oskar Renner die Stücke (1995 „Der Rosenheimer Salzkrieg“, eine Erzählung aus dem Österreichischen Erbfolgekrieg unter Maria Theresia 1742 sowie 1997 „Die Schwedenplag am Inn“, eine Erzählung aus dem Dreißigjährigen Krieg); Rankl stand C. O. Renner als Zuarbeiter  tatkräftig zur Seite und inszenierte die Stücke.  Nach Renners baldigem Tod 1997 trat Rankl an seine Stelle, schrieb, inszenierte und spielte auch immer selbst mit. Seine Spielschar beträgt bei den aufwändigen Historischen Stadtspielen etwa 200 Aktive. 

Mit dem Schreiben der Theaterstücke kam auch die Lust auf, es seinem Lehrmeister C. O. Renner gleich zu tun. So verfasste Rankl zu den historischen Stücken 1999 „Im Spiel der Mächte“ (Erzählung über den Landshuter Erbfolgekrieg unter Kaiser Maximilian 1504) und 2001 „Der Prozess um den Medicus“ (eine wahre kriminalistische Begebenheit aus dem Jahre 1658) Begleitromane. 

Zum neusten Theaterstück „1705“ erschien die Trilogie „Bayerisch-österreichische Schicksalsjahre“ mit den Untertiteln „1703 – Tirols Rache“, „1704 – Die letzte Schlacht“ und „1705 – Verlorene Freiheit“. 

Kaum hatte Rankl 1964 im Theater Rosenheim mit großen Erfolg eine Hauptrolle übernommen, trat er in das Vereinsgeschäft  ein. Zuerst wurde er Schatzmeister im Verein, bald darauf stellvertretender Vorsitzender und seit 1997 ist er 1. Vorsitzender des Theater Rosenheim. 

Neben dem Theater Rosenheim ist Rankl auch noch im Verband Bayerischer Amateurtheater aktiv. Von 1967 bis 1969 war er stellv. Bezirksvorsitzender des Bezirks Oberbayern im Verband Bayerischer Amateurtheater, von 1977 bis 2003 war er Landesspielleiter und seit 2003 ist er Präsident des Verbandes Bayerischer Amateurtheater. Mit rund 600 Vereinen und etwa 30.000 Mitgliedern ist der bayerische Landesverband der größte unter den 16 Bundesverbänden. Die Geschäftsstelle des Verbandes mit zwei Mitarbeiterinnen ist in Rosenheim eingerichtet. 

Während der 25 Jahre als Landespielleiter bildete Rankl Amateurschauspieler und Regisseure sowie Bühnenbildner und Bühnentechniker in zahlreichen Seminaren aus. Auch im Ausland, insbes. in Österreich und Südtirol, schulte und inszenierte er häufig. 

Rankl wurde wegen seines Engagements im Amateurtheater vielfach geehrt. So erhielt er die Goldene Ehrennadel des Bundes der Deutschen Amateurtheater, die Goldene Ehrennadel des Verbandes der Bayerischen Amateurtheater, die Goldene Ehrennadel des Theater Rosenheim, das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten und das Bundesverdienstkreuz am Bande.

 

 
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