14. Braunauer Zeitgeschichte-Tage "Braunauer Parlament"
Adel, Klerus, Bürger, Bauern 1705 - 2005
Braunau am Inn, Stadttheater 23.- 25. September 2005
Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg
Seine Eltern waren Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg und Elisabeth Amalie von Hessen-Darmstadt. Er heiratete 1678 Maria Anna Josepha, Erzherzogin von Österreich. Am 2. September 1690 folgte er seinem Vater als Kurfürst. Aufgrund des Pfälzer Erbfolgekriegs residierte Johann Wilhelm nicht im zerstörten Heidelberg, sondern in Düsseldorf im Herzogtum Berg. Nachdem seine erste Frau 1689 gestorben war, heiratete er 1691 Anna Maria Louise, Tochter des Großherzogs der Toskana, Cosimo III. (Familie der Medici).
Im Frieden von Rijswijk (1697), der den Pfälzer Erbfolgekrieg beendete, erreichte er die Rückgabe der von den Franzosen besetzten pfälzischen Gebiete durch das Zugeständnis, dass die französischen Maßnahmen zur Rekatholisierung in der Pfalz nicht rückgängig gemacht wurden ("Rijswijker Klausel"). Vor allem deshalb war er in der Pfalz und bei den Protestanten weniger beliebt als im Herzogtum Jülich-Berg, wo er durch prachtvolle Bauten (z. B. Schloss Bensberg) und ein aufwändiges Hofleben vielen Künstlern und Handwerkern Aufträge verschaffte.
Am Niederrhein ist der geliebte Verschwender als "Jan Wellem" in Erinnerung geblieben und in der Düsseldorfer Altstadt wurde der Jan-Wellem-Platz nach ihm benannt.
Seine Grabstätte befindet sich in der Kirche St. Andreas in Düsseldorf.