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14.
Braunauer Zeitgeschichte-Tage "Braunauer Parlament"
Adel, Klerus, Bürger, Bauern 1705 - 2005
Braunau am Inn, Stadttheater 23.- 25. September 2005
Rieder Rundschau
11. Dezember 2003
SCHUTZWALL / Über Restaurierung der gut erhaltenden Anlage
wird nachgedacht
Kopfing: Geschichte in harten Stein gehauen
KOPFING / Genau 300 Jahre ist es her, dass im Zuge des Spanischen Erbfolgekrieges
in Kopfing ein langer und vier Meter hoher Verteidigungswall angelegt
wurde. Er sollte die Kopfinger vor feindlichen Angriffen aus dem nahe
gelegenen Bayern schützen.
Tausende Arbeiter wurden eingesetzt und unzählige Tonnen an Erdreich
aufgeschüttet, um diese gewaltige Verteidigungsanlage zu errichten.
In nahezu unglaublichen sechs Monaten war der gigantische Wall einsatzbereit
und bot den Kopfingern Schutz.
Der Grund, warum man einen derart großen Aufwand betrieb, war,
dass es in Kopfing keine natürlichen Grenzen wie Flüsse und
Gebirge gab. Darum mussten künstliche Hindernisse errichtet werden,
um die Landesgrenzen zu markieren.
Tausende Arbeiter wurden zum Bau des Walls zwangsrekrutiert. In der
heutigen Zeit ist es unvorstellbar, mit welch einfachen Mitteln die
Erdbewegungen durchgeführt werden mussten. Hilfsmittel wie Bagger
oder Kräne waren ja noch lange Zukunftsmusik.
Der Wall im Sauwald war jedoch nicht die erste Verteidigungsanlage,
die in der Gegend errichtet wurde. Auf bayrischer Seite begann man bereits
sechs Monate vor den Kopfingern mit dem Bau eines Erdwalls, um die eigenen
Verluste in Kriegen so gering wie möglich zu halten. Dies war auch
einer der Hauptbeweggründe für die Errichtung des Kopfinger
Walls. Auch im Sauwald bekam man den Spanischen Erbfolgekrieg, der in
den Jahren 1701 bis 1714 wütete, zu spüren.
Jahrelanger Kampf um die Vorherrschaft
Nach der Errichtung der Wälle auf österreichischer und bayrischer
Seite begann ein jahrelanges Hin und Her um die Vormacht in diesem Gebiet:
Angriffe der Bayern, die am österreichischen Wall scheiterten und
Angriffe der Österreicher, die wiederum am bayrischen Wall scheiterten.
Das Problem war, dass keine der beiden Parteien die nötige Anzahl
an Soldaten stellen konnte, die nötig gewesen wäre, um den
jeweiligen Wall einzunehmen. Nach zwei Jahren und hunderten Auseinandersetzungen
gelang es schließlich den Kopfingern mit Hilfe von dänischen
Söldnern, den bayrischen Wall zu stürmen und das Gebiet einzunehmen.
Heute zählt der Verteidigungswall in Kopfing zu den besterhaltensten
weltweit. Derzeit wird über eine mögliche Restaurierung der
Anlage – auch im Hinblick auf die Landesausstellung 2004 –
nachgedacht. Erinnert der Wall doch noch heute an die tausenden Soldaten,
die im Spanischen Erbfolgekrieg ihr Leben lassen mussten.
Johann Klaffenböck
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