14. Braunauer Zeitgeschichte-Tage "Braunauer Parlament"
Adel, Klerus, Bürger, Bauern 1705 - 2005
Braunau am Inn, Stadttheater 23.- 25. September 2005

OÖNachrichten 1. September 2005

Braunau blickt auf turbulente Zeit zurück

BRAUNAU. Der Ausspruch "Lieber bayerisch sterben als österreichisch verderben" führte einst in Braunau zu einer ungewöhnliche Allianz. Ende dieses Monats kommt es zur historischen Rückblende.

Als sich für kurze Zeit Adel, Klerus, Bürger und Bauern vereinten, wurde das Jahr 1705 geschrieben - und die heutige Braunauer Bezirksstadt gehörte zu Bayern. Die 14. Braunauer Zeitgeschichte-Tage holen diese bewegte Zeit zurück.

Namhafte Experten werden sich von Freitag, 23., bis Sonntag, 25. September, im Stadttheater mit dem Thema "Braunauer Parlament" befassen. Damals beherrschte der bayerische Volksaufstand gegen die kaiserliche Besetzung von 1705/06 weite Gebiete Niederbayerns, des Innviertels, des östlichen Oberbayern und der Oberpfalz.

Unter anderen wird der Münchner Autor Henric L. Wuermeling der Frage nachgehen "Wir revolutionär war die Revolution von 1705?". Stephan Deutinger von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften wieder wird den Bereich "Der bayerische Volksaufstand 1705/06 und die Rolle Braunaus" behandeln.

Weitere Themen werden "Die Bischöfe als Akteure im Jahr 1705" und "Der Konflikt der Mächte um das spanische Erbe" sein. Vorgesehen ist zudem ein Gespräch mit Vertretern der "vier Stände" Adel, Klerus, Bürger und Bauern.

Die Braunauer Zeitgeschichte-Tage fanden erstmals im Jahr 1992 statt. Tagungsschwerpunkte waren neben ganz allgemeinen zeitgeschichtlichen Themen Vergangenheitsbewältigung und Widerstand in Diktaturen. Im nächsten Jahr geht es wieder um bayerische Geschichte - und zwar um den Nürnberger Buchhändler Johann Philipp Palm, der 1806 auf Befehl Napoleons in Braunau erschossen wurde. (ho)

 

 

 
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