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14. Braunauer Zeitgeschichte-Tage "Braunauer Parlament"
Adel, Klerus, Bürger, Bauern 1705 - 2005
Braunau am Inn, Stadttheater 23.- 25. September 2005
Inn-Salzach Euregio 12. September 2005
Packende Zeitgeschichte: EUREGIO fördert Projekt „Braunauer Parlament“
„Unsere Aufgabe als Euregio ist es, gemeinsame Geschichte wieder zu beleben und dadurch die Gemeinsamkeiten unserer Region hervorzuheben“, sagt Silke Sickinger von der Inn-Salzach-Euregio in Braunau. Mit 5000 Euro und damit zu 50% wird das Projekt „Braunauer Parlament“ und „Der Bayerische Volksaufstand 1705/06 im Rentamt Burghausen“ gefördert. Unterstützt werden die Braunauer Zeitgeschichte-Tage vom 23. – 25. September (Verein für Zeitgeschichte in Simbach und Braunau) und die Ausstellung „Der Bayerische Volksaufstand 1705/06 im Rentamt Burghausen“, die vom 13. – 30. September im Bezirksmuseum Herzogsburg ihre Pforten öffnen wird. Zum Auftakt spricht Professor Dr. Karl Otmar von Aretin über „Die ständische Ordnung am Anfang des 18. Jahrhunderts und das Braunauer Parlament“. Beginn der Veranstaltung ist am 13. September um 19 Uhr im Bezirksmuseum Herzogsburg Braunau.
Burghauser Gymnasiasten gestalten Ausstellung
Neben dem Verein für Zeitgeschichte haben die Schüler der jetzigen 13. Jahrgangsstufe des Aventinus-Gymnasiums diese Ausstellung mitgestaltet. Unter der Regie von Eva Gilch, Leiterin des Stadtarchivs Burghausen, soll den Besuchern Einblick die Geschehnisse in Burghausen von November 1705 bis Januar 1706 gegeben werden: „Die Regierung des Rentamtes Burghausen befand sich damals in einem großen Dilemma. Einerseits musste man dem Österreichischen Kaiser Gehorsam leisten, andererseits sich mit den Bauern, die die Stadt eingenommen haben arrangieren. Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang das Tagebuch des Burghauser Bürgermeisters“, berichtet Eva Gilch und hob dabei das Engagement der Schüler und ihres Lehrers Stefan Angstl hervor.
"Braunauer Parlament“ – Wie revolutionär war die Revolution?
„Wir wollen im Rahmen der Braunauer Zeitgeschichte ein wenig hinter die Kulissen der damaligen Zeit blicken“, sagt der wissenschaftliche Berater Dr. Andreas Maislinger. Das „Braunauer Parlament“, das vom 20. – 24. Dezember 1705 abgehalten wurde, vereinigte zum ersten Mal alle vier Stände. Die Versammlung spaltete sich zwei Lager. Der Burghauser Kastner Corbinian von Prielmayr propagierte eine friedliche Lösung des Konflikts. Prielmayr hatte mit einer Burghauser Delegation den „Waffenstillstand von Anzing“ ausgehandelt. Sein großer Gegenspieler war einer der Anführer des Volksaufstandes im Rentamt Burghausen: Sebastian Plinganser. Der gelernte Jurist setzte sich mit seiner harten Haltung „Krieg bis zum Schluss“ durch. Damit wurden dem durch über 20 Jahre Krieg ausgebluteten bayerischen Volk ein Mehrfaches an Lasten aufgebürdet als die Österreichische Besatzung gefordert hatte. Die hohe Steuerlast und die zahlreichen Übergriffe der kaiserlichen Soldaten führten zum Unmut in der Bevölkerung und zum Volksaufstand. Im Waffenstillstandvertrag sagte die kaiserliche Regierung sofortige Aufklärung und Bestrafung von Doppelbesteuerungen und aller Verfehlungen zu. Sie hielt diese auch ein. Am 18.1. 1706 war Burghausen wieder von der Kaiserlichen besetzt. Zuvor hatten sich auch Braunau und Schärding ergeben.
Während der Braunauer Zeitgeschichtetage können viele interessante Fragen erforscht werden. Wie demokratisch war das „Braunauer Parlament“? Hätte der „Demokratietest“ auf regionaler Ebene mit der Zustimmung des Kaisers funktionieren können, nachdem auch Salzburgs Erzbischof Johann Ernst von Thun-Hohenstein, der großen Einfluss auf das Kaiserhaus hatte, seine Hilfe angeboten hatte? Warum schickte Plinganser seine Leute bewusst ins Verderben? Wusste die kaiserliche Regierung um die chaotische Organisation der Bauern und unterzeichnete deshalb einen Waffenstillstand nur zum Schein? Hätten die Stände aufgrund der großen mentalen Unterschiede überhaupt miteinander kooperieren können?
Diese und andere Aspekte können auf den Zeitgeschichtetagen erörtert werden. „Diese gemeinsame Geschichte verbindet und bringt Bayern und Österreich noch näher zusammen“, sagt Euregio-Geschäftsführerin Silke Sickinger
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