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14. Braunauer Zeitgeschichte-Tage "Braunauer Parlament"
Adel, Klerus, Bürger, Bauern 1705 - 2005
Braunau am Inn, Stadttheater 23.- 25. September 2005
Tips 27. September 2005
Land + Leute
„Das strahlt schnell eine Faszination aus“
BRAUNAU. Ein faszinierendes Stück lokaler – und europäischer – Geschichte machten die Braunauer Zeitgeschichte-Tage mit dem „Braunauer Parlament“ zum Thema. Es zeigte sich, dass viele der damaligen Fragen auch heute noch aktuell sind.
Bürgermeister Gerhard Skiba sprach bei seiner Eröffnungsrede wohl für viele: „300 Jahre Bayerische Volkserhebung war für mich zunächst ein bisschen ein fremdes Thema“. Tatsächlich scheint die Erinnerung an die damaligen Ereignisse weitgehend verloschen. Zu Unrecht, wie Bürgermeister Skiba meinte: „Das strahlt sehr schnell eine gewisse Faszination aus. Das Braunauer Parlament ist interessant wie vielleicht selten ein Thema der Braunauer Zeitgeschichte-Tage.“ Das sah auch Hauptreferent Henric : Wuermeling so, er ging aber noch weiter: „Es ist eines der spannendsten Themen, die es überhaupt gibt in der Geschichte.“ Die Bayerische Volkserhebung sein einer der großen Volksaufstände der europäischen Geschichte gewesen. Die Erhebung sei zudem im Grunde eine Revolution gewesen (über 80 Jahre vor der Französischen Revolution), die Revolutionsgeschichte müssen umgeschrieben werden. Das aufständische Volk habe eine freie Republik einführen wollen, es erhob die Forderung „Es muss eine Gleichheit sein“ und rief das Braunauer Parlament mit Vertretern aller vier Stände ein. Ein Beitrag zur europäischen Verfassungsgeschichte, so Wuermeling: „Das war bisher noch nie dagewesen. Was hier geschah, ging seiner Zeit weit voraus.“
Lebendiges Parlament
Die 14. Braunauer Zeitgeschichte-Tage lieferten eine Fülle an Informationen zu diesem bedeutenden Ereignis Braunauer Parlament. Und als Höhepunkt wurde dieses sogar wieder lebendig. Am Samstagabend traten wieder Vertreter der vier Stände an einen Tisch und versetzten sich und das Publikum in die Zeit vor 300 Jahren. Aber auch die Brücke in die Gegenwart wurde geschlagen, dem viele Themen und Fragen des Braunauer Parlaments sind heute genauso aktuell wie 1705. Zivilcourage, Gleichberechtigung, die Grenze zwischen Freiheitskampf und Terrorismus, die Möglichkeiten von Vermittlung angesichts drohender Eskalation und vieles mehr kamen zur Sprache. „Miteinander sprechen statt Waffen zücken“, zog Dr. Christine Gräfin Esterhazy eine mögliche Lehre aus der Geschichte des Braunauer Parlaments.
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