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Braunau am Inn, 2. Januar 2005
Sehr geehrter Herr Dr. Andreas Maislinger,
anbei finden Sie einige Scans von alten Ansichtskarten und den genauen Artikel „Das Palmdenkmal in Braunau“ aus der Leipziger Illustrierten Zeitung vom 12.November 1864.
- „Das Palmdenkmal in Braunau“ aus der Leipziger Illustrierten Zeitung Nr. 1115 vom 12.November 1864
Wir haben schon öfter von dem Denkmal berichtet, welches eine Anzahl Bürger Braunaus dem am 26. August 1806 daselbst auf Napoleons Befehl erschossenen deutschen Buchhändler J. P. Palm zu errichten beschlossen haben. Die zu diesem Zwecke eingeleitete öffentliche Subskription von Beiträgen ist von günstigem Erfolge begleitet gewesen; aber es fehlt doch immer noch eine nicht ganz geringe Summe und das Comite’ hat deshalb zur Herbeischaffung des Fehlenden von neuem den folgenden Aufruf erlassen:
„Der Aufruf vom Februar 1863 hat allen Freunden des deutschen Bürgertums Nachricht gegeben von der Bildung eines Comite’ zur Gründung eines Denkmals für den deutschen Buchhändler J. P. Palm und hat sie zu Beiträgen zu den Kosten desselben eingeladen.“
Dieser Aufruf blieb nicht ohne Erfolg, aus allen Gauen des deutschen Vaterlandes flossen Beiträge und besonders waren es die Standesgenossen Palms, namentlich der Börsenverein Deutscher Buchhändler in Leipzig, die sich durch ihre großartigen Spenden auszeichneten. Die eingegangenen Beiträge wurden in mehreren hervorragenden deutschen Zeitungen veröffentlicht. All diesen edlen Spendern und Gönnern diene zur Nachricht, dass die binnen Jahresfrist eingegangene Summe das Comite’ in den Stand setzte, mit einem anerkannten Künstler, Herrn Konrad Knoll, Bildhauer in München, über die Herstellung des erzenen Standbildes zu unterhandeln und einen bindenden Vertrag abzuschließen, in der Hoffnung und auf das Wagnis hin, das noch Fehlende durch weitere Beiträge decken zu können. Doch die noch mangelnde Summe ist nicht unbedeutend, daher sich das gefertigte Comite’ nochmals an Deutschlands Bürger und Patrioten mit dem Zurufe wendet, zur Gründung des nationalen Monumentes für den deutschen Märtyrer J. P. Palm, würdig seines Andenkens, nach Kräften beizutragen, um die auf den 26. August 1866 beantragte Ausstellung und Enthüllung des Denkmals ermöglichen zu können.
Braunau in Oberösterreich, im September 1864 für das Comite’ die Vorstände
K.K. Bezirksvorstand Joseph Kaser
Karl Haas Bürgermeister
Mögen nun unsere Leser durch Einsendung von Gaben sich tätig an der Förderung des nationalen Werkes beteiligen.
Der Abbildung des Denkmals, welche wir der Hand des mit der Ausführung betrauten Künstlers verdanken, wollen wir erklärend hinzufügen, das zwei Reliefs an den beiden Seiten des Denkmals den Abschied und Tod Palms darstellen und das die Vorderseite die Inschrift J. P. Palm, die Rückseite den 26.August 1806 tragen wird.
Eingehende Mitteilungen über die den Tod Palms begleitende Umstände nebst seinem Portrait haben wir bereits in Nr. 1006 der Illustrierten Zeitung vom 11.Oktober 1862 veröffentlicht.




Hochachtungsvoll
Tamara und Manfred Rachbauer
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