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15. Braunauer Zeitgeschichte-Tage "Unfreiwilliger Held"
Johann Philipp Palm: Biographie und Rezeption 1806-2006
Gugg Kulturhaus Braunau am Inn, 22.- 24. September 2006
Kriegsgericht in Braunau am Inn am 24. und 25. August 1806
- Die „außerordentliche militärische Commission“ konstituierte sich unter Berufung auf das „kaiserliche Dekret vom 17. Meßidor des 12. Jahres und auf Befehl seiner Durchlaucht des Fürsten von Neufchatel und Valange“.
- Als Ankläger („Rapporteur“) fungierte der Chef des Generalstabs der 1. Division des 4. Korps der französischen Armee, Adjutant-Kommandant Binot.
- Die sieben Obristen waren Latrille (Präsident), Autie, Lemarois, L´Huillier, Lajonquiere, Chauvel und Nicolas.
- Als Kriegsgerichtsschreiber wird Chapon und als Übersetzer Himberger genannt.
- Anwesende Angeklagte Johann Philipp Palm und Joseph Schoderer.
- Abwesende Angeklagte Karl Friedrich von Jenisch, Peter Heinrich Merckle, Karl Kupffer (Kupfer) und Eurich.
- Johann Philipp Palm hatte keinen Rechtsbeistand. Den Angeklagten Joseph Schoderer vertrat Hofrat Erdel aus Passau.
- Anklageschrift: „Einwohner des südlichen Deutschland irre zu führen, indem sie selbe zu Meuterey, Aufstand und Meuchelmord gegen die französischen Truppen“ aufgefordert haben.
- Eine französische Übersetzung der Schrift „Deutschland in seiner tiefen Erniedrigung“ lag nicht vor.
- Das Gericht verzichtet auf die Einvernahme von Zeugen.
- Alle Angeklagten wurden von den Richtern einstimmig für schuldig befunden, weil sie „Schandschriften gegen den französischen Kaiser und gegen dessen befreundete Alliierte“ verbreitet hatten.
- Das Urteil wurde am 25. August 1806 gefällt, Palm jedoch erst am 26. August um 11 Uhr mitgeteilt. Ein Mitglied des Magistrats von Braunau musste das Urteil verlesen.
- Joseph Schoderer wird eine Stunde vor seiner Exekution begnadigt, Palm am 26. August 1806 um 14 Uhr erschossen.
Quelle: Bernt Ture von zur Mühlen, Napoleons Justizmord am deutschen Buchhändler Johann Philipp Palm
Bramann Verlag, Frankfurt am Main 2003, S. 68 – 76.
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