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15. Braunauer Zeitgeschichte-Tage "Unfreiwilliger Held"
Johann Philipp Palm: Biographie und Rezeption 1806-2006 Braunau am Inn, Kultur im Gugg 22.- 24. September 2006 Deutschland in seiner tiefen Erniedrigung. An den Leser. In einer Periode, wo zwey der ersten Fürsten Deutschland, ob, unzufrieden mit ihrem bisherigen Rang und Würde? Oder, aus unwiderleglichen Staatsgründen? Die Krone aufsetzen, und ihre Erbländer zu souveränen Königreichen erheben, in dieser von außen glänzenden Periode, durchhallet schauerliches Wehklagen über Geldmangel, Theuerung und nahrungslose Zeiten, Germaniens sonst so glückliche Provinzen. Entweder ist die Quelle dieser Klage blos in der Schwermuth einiger Milzsüchtigen aufzufinden, oder sie muß aus dem allgemeinen Elende des sogenannten Römischen Reichs entsprungen seyn. Wollte man einigen neueren Schriftstellern seine Leichtglaubigkeit preißgeben, so müsste der dißmalige Zeitpunkt, wo nicht für ganz Deutschland, jedoch für gewisse Gegenden, besonders beglückt und merkwürdig heißen. Mehrere Verfasser deutscher Staatsschriften wissen nicht - 4 - nicht genug von günstigen Aussichten aus der neuen Umwälzung der deutschen Staatsverfassung, zu rühmen, und dürfte man ihnen trauen, so wäre der traurige Zustand, darunter Deutschlands Einwohner seufzen, nur eine Thränensaat, welche künftig vond er reichesten Erndte vergütet werden solle. Ist es Männern, die uns so etwas bereden wollen, zu verargen, wenn sie Ohr und Herz dem lauten Kummer ihrer Mitbürger verschließen, wenn sie diesen feige Zaghaftigkeit, Mangel an Kenntnissen, und wer weiß, was sonst noch mehr, zum Vorwurf machen? Wir wollen zugeben, dass bei einigen Individuen die Klage über den Druck der Zeiten übertrieben sei; zugeben, dass nicht durch Wimmern und Seufzen, sondern durch Weisheit und entschlossenen Muth, dem Uebel am ersten müße abgeholfen werden. Allein, eben hier fordern wir jene Propheten beßrer Zeiten auf, statt blinder Hoffnungen, uns die Mittel und Wege zu zeigen, auf denen der Muth bedrängter Deutschen sich wieder erheben und die manchfältigen Lasten darunter wir erliegen, abwerfen solle. Wie sehr ist zu fürchten, daß, sie, die entweder nur Hofluft athmen, oder durch zufälliges Glück, gegen - 5 Abschrift wird fortgesetzt. Dr. Andreas Maislinger Stand: 29. 12. 2004
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