15. Braunauer Zeitgeschichte-Tage "Unfreiwilliger Held"
Johann Philipp Palm: Biographie und Rezeption 1806-2006
Braunau am Inn, Kultur im Gugg 22.- 24. September 2006

Wiener Zeitung , 25. August 2006

Braunau: Angst vor dem rechten Eck

Burschenschafter feiern "Wurzel des Freiheitsgedankens".

Braunau . (hm) Der 200. Todestag eines Nürnberger Buchhändlers sorgt in der oberösterreichischen Grenzstadt Braunau für Aufregung. Sowohl der Braunauer Verein für Zeitgeschichte, als auch FPÖ-nahe Burschenschafter und die Kommunistische Jugend planen Veranstaltungen. Es geht um Johann Phillip Palm, der in einer Schmähschrift gegen Napoleon und seine Eroberungszüge wetterte und am 26. August 1806 in Braunau hingerichtet wurde.

Lutz Weinzinger, FPÖ-Landesobmann und Hauptorganisator bei den lokalen Burschenschaftern, sieht in Palm die Wurzel des Freiheitsgedankens. Er habe mit seinem Wirken die Entstehung der Ur-Burschenschaften durch den studentischen Beitrag während der Kämpfe gegen Napoleons Truppen gefördert.

Andreas Maislinger vom Verein für Zeitgeschichte kann das wiederum nicht nachvollziehen. Dass auch die Burschenschafter gerade Braunau für ihre Feiern gewählt haben, stößt ihm sauer auf: "Braunau ist nicht irgendein Ort, das müsste auch die FPÖ wissen", stellt Maislinger den Aspekt der Geburtsstadt von Adolf Hitler in den Vordergrund.

Die Stadt Braunau selbst, die die Veranstaltung des Zeitgeschichtevereins mitorganisiert, will laut Bürgermeister Gerhard Skiba jedenfalls nichts mit der Burschenschafter-Veranstaltung zu tun haben.

 
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