Vor 200 Jahren, am 26. August 1806, wurde Johann Philipp Palm in Braunau am Inn vor ein französisches Exekutionskommando geführt und erschossen. Was hatte er verbrochen? Palm, ein Nürnberger Buchhändler und Verleger, hatte die Schrift „Deutschland in seiner tiefen Erniedrigung“ herausgegeben, in der zum Widerstand gegen die Franzosen und deren bayerische Verbündeten aufgerufen wurde. Im März 1806 hatten napoleonische Truppen Nürnberg besetzt. Am 28. Juli und 4. August fanden im Hause Palms in Nürnberg Hausdurchsuchungen statt. Palm wurde nach der Rückkehr von einer Geschäftsreise am 14. August verhaftet. In langen Verhören weigerte er sich den Namen des Autors der Schrift zu nennen. Am 25. August 1806 wurde Johann Philipp Palm in Braunau von einem französischen Kriegsgericht zum Tode verurteilt.
Gestern gab es in Braunau eine eindrucksvolle Gedenkfeier für Johann Philipp Palm. Anders als in Bayern, wo schreiende „Antifaschisten“ hautnah herangeführt und kleinlich Schikanen veranstaltet werden, hatte die Polizei die linken Störer weiträumig abgedrängt und so für einen ruhigen Ablauf der Gedenkveranstaltung gesorgt. Sowohl an der Richtstätte als auch im Palmgarten marschierten Burschenschaften in vollem Wichs (mit Degen!) auf. Eine Kapelle spielte und ein Zug von mehr als 200 Menschen (mehr als die Hälfte unter 30 Jahre) zog in die Innenstadt. Vor dem Palm-Denkmal hörten über 300 Menschen eine eindrucksvolle Rede von Herwig Nachtmann und danach erklang aus Hunderten Kehlen das Tirolerlied – auch als Hinweis auf den Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer, der vier Jahre nach Palm hingerichtet wurde.
Die Namen Palm, Hofer, Lützow und Schill stehen für den deutschen Widerstand gegen fremde Besatzer. Damit ergibt sich die Aktualität des Wirkens und Wollens dieser Männer. Vor 200 Jahren litt Deutschland – wie heute – unter Fremdherrschaft und Kollaboration. Die deutschen Fürsten ließen sich von Napoleon Vorteile gewähren, wie etwa der bayerische Kurfürst, der eng mit den französischen Besatzern zusammenarbeitete und sich 1806 zum König krönen ließ. Das hat durchaus Parallelen mit der Kollaboration der heutigen deutschen „Fürsten“ mit den Globalisierern und der US-Führung. So wie Johann Philipp Palm unter der Fremdherrschaft und dem Verrat der Fürsten Seelenqualen litt, gibt es heute viele Deutsche, die ebenfalls unter dem Zustand des Landes verzweifeln. Wenn es vor 200 Jahren hieß „Deutschland in seiner tiefen Erniedrigung“, müßte es heute heißen „Deutschland in seiner tiefsten Erniedrigung“.
