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Braunauer Zeitgeschichte-Tage "Peacemakers Manual" Gert Kerschbaumer In ihren Spiegelungen bemerkt sie (Friderike Zweig) über den Friedenskongress: „Neben mir saß ein Salzburger Freund, Mitglied des Völkerbundes, Dr. Egon Ranshofen-Wertheimer.“ Der honorige Mann, Sohn eines Guts- und Schlossbesitzers in Ranshofen bei Braunau, ist schon seit der Monarchie mit Salzburg verbandelt: Gymnasium, Künsterzierkel und Ehe. Im Weltkrieg ist Egon ein tollkühner Fallschirmspringer. Gegen Kriegsende, in der Münchner Räterepublik, entpuppt er sich als Revolutionär. Seither ist er mit Aloys Wach, dem expressionistischen Maler, Abenteurer und Bohemien aus dem Innviertel, befreundet. Dessen Holzschnitte sind in allen Blättern der Revolution zu bestaunen, und im Braunauer Arche Verlag publiziert er seinen aus 20 Holzschnitten bestehenden Exlibris-Zyklus. Die Bucheigner bilden quasi eine Familie: Wertheimer und Junger. Josefine, Friderikes Freundin, hat eine Tochter, eine exzentrische Frau und Künstlerin: Mathilde. In sie verlieben sich Aloys Wach und Egon Wertheimer, der sogar eine Zeit lang offizieller Gatte von Thilde sein darf. Sie gibt den Anstoß für die Holzschnitte, darunter ein Exlibris für Stefan Zweig, das schlicht und einfach einen Zweig zeigt. Auch wenn sich die Verhältnisse im liberalen Haus Junger verändern, verkehrt Friderike noch im Salon und bleibt auch mit Wertheimer bekannt. Er ist prominent, Schbauchautor, einer der profiliertesten politischen Köpfe in Europa und als erklärter Sozialdemokrat und Versöhnungspolitiker im Genfer Völkerbund tätig. Derweilen brodeln im revanchistischen braunen Sumpf lauter bösartige Gerüchte: Wertheimer, ein Umstürzler und Boschewik, soll in seinem Braunauer Schloss den roten Genossen Belá Kun versteckt halten – Diffamierungen im laufenden Wahlkampf. Abgeschrieben von Dr. Andreas Maislinger am 13 . Dezember 2006
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