16. Braunauer Zeitgeschichte-Tage "Peacemakers Manual"
Egon Ranshofen Wertheimer, 1894 Braunau - 1957 New York
Braunau am Inn, Kultur im Gugg, 28.- 30. September 2007


ORF.at 1. Oktober 2007


Große Ehrung für Trapp-Enkelin

In Anwesenheit von Vertretern der Regierungen Österreichs und der USA wurde die Familie Trapp aus dem Bundesstaat Vermont geehrt. Anlass war ein Symposion über den UNO-Mitbegründer Egon Ranshofen-Wertheimer in Braunau.


Von Virginia nach Braunau

Zur Preisverleihung im Braunauer Kulturhaus Gugg, die als Anerkennung für die Verdienste der Trapps um das Ansehen Österreichs in der Welt organisiert wurde, reiste die Enkelin des berühmten Salzburger Barons von Trapp an: Elizabeth Trapp-Walker. Sie lebt nicht - wie die meisten ihrer Familie - im US-Bundesstaat Vermont, sondern in Virginia.

"Der preisgekrönte Film `The Sound of Music` verhalf nicht nur der Familie Trapp, sondern auch Österreich zu weltweiter Bekanntheit. Es gibt keinen andere Produktion, die weltweit das Österreich-Bild im 20. Jahrhundert so stark geprägt hat. Die Trapp-Familie trägt seit Jahrzehnten wesentlich zur positiven Wahrnehmung Österreichs in der Welt bei."


Befreier Salzburgs und des Innviertels

Als Offizier der US-Armee und des militärischen Nachrichtendienstes kam der Jurist, Skilehrer, Kletterer und spätere Diplomat Ernst Florian Winter mit dem ersten amerikanischen Stoßtrupp nach Salzburg und ins benachbarte Innviertel. Sie suchten im Frühling 1945 nach SS-Einheiten, um die letzten Angriffe auf ihrem langem Weg von der Normandie her vorzubereiten. Die meisten Dörfer und Städte der Region wurden dann kampflos befreit.

Der gebürtige Niederösterreicher war am 6. Juni 1944 bei der Invasion am "D-Day" mit Zehntausenden Amerikanern und einem US-Bataillon österreichischer Emigranten in Frankreich an Land gegangen. Nach dem Krieg lernte Winter die Tochter des Barons Trapp kennen, von der ihm deren Bruder in einem Offizierscasino erzählt hatte.


Franz Wasner über seinen Onkel

Der Historiker Franz Matthias Wasner, leitender Beamter in der Kulturabteilung des Landes Salzburg, berichtete - gleichermaßen humorvoll und zeitgeschichtlich genau - viele Details aus dem Leben seines gleichnamigen Onkels.

Der Theologe, Landpfarrer, Musiker und Musiklehrer Franz Wasner aus dem Innviertel hatte einst die Familie Trapp in die USA begleitet und ihren Weltruhm mit begründet. Später arbeitete er als Geistlicher auf Inseln im südlichen Pazifik. Sein Neffe führt gelegentlich Reisegruppen auf den Spuren von "Sound of Music" durch die Stadt Salzburg und weist sie auf die sachlichen Differenzen zwischen Hollywood-Film und realen Lebensgeschichten der Beteiligten hin; ein guter Stoff für zahlreiche Anekdoten, die Wasner in Braunau perfekt "rüberbrachte".


Hintergründe des neuen Preises

Die Angehörigen der Familie Trapp und der Diplomat, Staatswissenschafter, Journalist und Mitbegründer der UNO, Egon Ranshofen-Wertheimer, haben biografisch nichts miteinander zu tun.

2007 wurde zur Erinnerung an den gebürtigen Braunauer Ranshofen-Wertheimer von seiner Heimatstadt dieser neue Preis ins Leben gerufen. Er wird künftig alljährlich an Menschen vergeben, die sich Verdienste um Österreichs Ansehen im Ausland erworben haben.


Erinnerung an Braunauer Pionier

Die erstmalige Verleihung des Preises an die Familie Trapp aus den USA ging am Wochenende im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums, bei dem die historische Rolle von Egon Ranshofen-Wertheimer erstmals auf breiter Basis beleuchtet wurde.

Egon Ranshofen-Wertheimer, der 1912 am Akademischen Gymnasium in Salzburg maturiert hat, starb 1957 in New York. Der Mitbegründer UNO und deren späterer Hochkommissar in Korea und Eritrea hat im amerikanischen Exil die US-Regierung beraten und an der Bekämpfung des Hitlerregimes strategisch mitgewirkt. Er beriet US-Präsident Franklin D. Roosevelt unter anderem über jene Regionen, aus denen Hitler stammte und die zum Teil auch Brutstätten des Nationalsozialismus waren.

Sie berichteten über ihre Funde bei der Suche nach Dokumenten über Egon Ranshofen-Wertheimer. Der Salzburger Emigrantenforscher, Autor und ORF-Redakteur Gerald Lehner berichtete ebenfalls von seinen Arbeiten auf den Spuren des Namenspatrons des neuen Preises, die 1993 begannen.

 


Literatur

 
 stadt braunau
 hrb
 aktuell
 programm
 ausstellung
 anmeldung
 archiv
 referenten
 sponsoren
 links
 kontakt
 verein
 short info english
 other languages
Seitenanfang