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Braunauer Zeitgeschichte-Tage "Peacemakers Manual" Braunauer Rundschau 11. Oktober 2007 Leserbriefe
Es befriedigt das eigene journalistische Ego als Emigrantenforscher natürlich ungemein, wenn man von einer tollen Regionalzeitung wie der “Rundschau” so gelobt wird. Abseits meiner persönlichen Eitelkeiten möchte ich dem Verein für Zeitgeschichte und der Stadt Braunau insgesamt gratulieren - zu dieser Tagung über den UNO-Mitbegründer, Berater von US-Präsident Franklin D. Roosevelt und eingefleischten Gegenspieler Hitlers auf der Weltbühne, Egon Ranshofen-Wertheimer. So lauten Klischees und österreichische Verlogenheiten: Böses Braunau! Eh klar, wegen Hitler. Glorreiches Salzburg! Eh klar, wegen Mozart. So sende ich Euch einen herzlichen Gruß aus der Stadt Salzburg, wo bis heute ehemalige Mitarbeiter im persönlichen Stab von SS-Reichsführer Heinrich Himmler als „Naturforscher“ verherrlicht werden (Eduard Paul Tratz, Gründer des Hauses der Natur und Hetzer gegen behinderte Menschen). Als gebürtiger Pongauer mit familiären Wurzeln auf mütterlicher Seite in Mattighofen möchte ich Braunau zu seiner modernen und humanitär orientierten Kulturarbeit beglückwünschen. Es ist zwar 1889 ein monströser Geist in Eurer Stadt auf die Welt gekommen, von dessen Cliquen sich Millionen willig "führen" und verführen ließen. Doch gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Ranshofen auch ein genialer Mann geboren, dem die Weltgemeinschaft bis heute viele Dinge verdankt: Egon Ranshofen-Wertheimer. Deshalb: Kopf hoch, Braunau! So verlogen und kitschig behübscht wie andere Städte bis heute kaum je gewesen (oder nur selten, ab 1938 einige Jahre halt). Und das Unrecht mit der nationalsozialistischen "Enteigung" (Raub) eines sehr großen Grundstückes für industrielle Zwecke im Nahbereich könnte vielleicht eines Tages auch noch in zeitgerechter und sozial verträglicher Weise (auf)gelöst werden. Gerald Lehner, Autor, Filmemacher und Journalist in Salzburg
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