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Braunauer Zeitgeschichte-Tage "Peacemakers Manual" Neue Warte am Inn 38/1954 Dr. Egon Ranshofen-Wertheimer zum 60. GeburtstagVon Karl SchoßleitnerKürzlich – am 4. September – beging Dr. Egon Ranshofen-Wertheimer, wie wir berichtet haben, seinen 60. Geburtstag. Er hielt sich zu dieser Zeit in seiner österreichischen Heimat, als Delegierter der Vereinten Nationen zur Interparlamentarischen Konferenz in Wien, auf. Wir erhielten anlässlich des 60. Geburtstages aus der Feder des Schriftstellers und Dichters Karl Schoßleitner einen kurzen Abriß der Laufbahn Dr. Egon Ranshofen-Wertheimers, den wir heute zwar post festum, aber doch noch in kurzen zeitlichen Abstand bringen. „Beispielloser Weg eines Oesterreichers“, so betitelt Schoßleitner seine gedrängte Skizze und daß dieser Titel keine Uebertreibung ist, zeigt ihr Inhalt. Von Salzburg nahm der erstgeborene Sohn Egon der letzten Generation der Wertheimer, die bekanntlich das ehemalige Stift Ranshofen als Familienbesitz innehalten (und im politischen Leben Oberösterreichs eine hervorragende Rolle spielten), den Weg in die Welt in einer diplomatischen Ausland-Karriere ohnegleichen, trotzdem ein treugebliebener Oesterreicher, gebürtig aus Ranshofen-Braunau. Gleich unmittelbar nach den Universitäts-Studien in Wien und München und dem Abschluß in Heidelberg 1921, mit „magna cum laude“ folgten neun Jahre außenpolitische Redakteurstätigkeit, zuerst drei Jahre in Hamburg, hernach 1930 als Auslandskorrespondent in London. Daran schloß das reiche diplomatische Wirken von nun fast 25 Jahren bis in weitentlegene Teile der Welt, vor allem als Mitglied des Sekretariates der UN an obersten Funktionen verwaltungsmäßiger Art, mit den Aufgabenkreis die Verbindung der Zentrale mit den überseeischen Büros herzustellen, auf heißesten Boden in sehr exponierten Posten, z.B. als Missions-Chef in Korea, Somaliland, Eritrea usw., als Chef der Division und Generalsekretär der UN-Kommissionen. Außer zahlreichen anderen Publikationen entstand schon in London der bald einsetzende Welterfolg in sechs Sprachen deutsch, englisch, holländisch, spanisch, chinesisch, russisch das „Porträt der Britischen Arbeiter-Partei“. Fern der Heimat erlangten zwei weitere Bücher bemerkenswerte Bedeutung. Dr. Ranshofen-Wertheimer hielt schon seit 1940 als Professor der American University in Washington Vorlesungen über internationale Beziehungen und internationale Verwaltungslehre, war zugleich Konsulent für internationale Organisation im amerikanischen Außenministerium (Departement of State) mit Sonderfragen der organisatorischen Vorbereitung der UN betraut. In seinem nächsten Buch aus dieser Zeit, in englischer Zeitschrift zuerst in New York erschienen, dann auch in Argentinien in spanischer Sprache, erwies sich der Verfasser als Vorkämpfer für klärende Beruhigung in einer …. Das folgende Standardwerk zum Thema der internationalen Verwaltung erfuhr derartige Anerkennung, daß es an 20 amerikanischen Universitäten als Pflichtlektüre obligatorisch erklärt wurde für alle Studenten der internationalen Politik. Es behandelt die Geschichte des Völkerbundsekretariates und der Völkerbundverwaltung, zugleich vorbereitend für die Gründung der Vereinten Nationen. Es erwieß sich von größtem Einfluß auf die organisatorische Gestaltung. Daraus ergab sich, dass der Verfasser in das Hauptquartier der Vereinten Nationen berufen wurde, als einer der wenigen, die nicht einem Mitgliederstaat als Staatsbürger angehören, sondern davon unabhängig, rein persönlich… Würdigung der Qualifikation. Als einziger Oesterreicher im Hauptquartier der UN ist Dr. Ranshofen-Wertheimer ein Ausnahmefall. Als ihr Delegierter wurde er zur Interparlamentarischen Konferenz nach Wien entsandt, gerade zur Zeit seines 60. Geburtstages wieder näher der Heimat, ihr treu verbunden, als so viele andere, die weniger weit über die engeren Heimatgrenzen hinauskamen.
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