16. Braunauer Zeitgeschichte-Tage "Peacemakers Manual"
Egon Ranshofen Wertheimer, 1894 Braunau - 1957 New York
Braunau am Inn, Kultur im Gugg, 28.- 30. September 2007


Egon Ranshofen-Wertheimer

Egon Ranshofen-Wertheimer, (* 4. September 1894 in Ranshofen/Braunau am Inn; † 27. Dezember 1957 in New York) war Diplomat, Journalist, Rechts- und Staatswissenschaftler.

Leben

Egon Ranshofen-Wertheimer wurde als Sohn des katholischen Gutsbesitzers und Landtagsabgeordneten (OÖ) Julius Wertheimer in Ranshofen bei Braunau am Inn geboren. Seine Familie hat weitschichtige, jüdische Vorfahren, deshalb blieb ihnen 1938 nur die Flucht. Nach dem Ersten Weltkrieg – aus dem er als Marxist zurückkehrte – studierte er bis 1921 in Wien, München und Heidelberg. Er entwickelte eine immer mehr und mehr pragmatische Einstellung und wandelte sich zum Sozialdemokraten. Zunächst arbeitete er drei Jahre als Redakteur in Hamburg und dann bis 1930 als Auslandskorrespondent für die sozialdemokratische Zeitung Vorwärts in London. Dort schrieb er sein erstes Buch Portrait der britischen Arbeiter-Partei, das zum Bestseller wurde, und hatte erste Kontakte mit dem jungen Salzburger Journalisten und Ökonomen Leopold Kohr.

Sein Buch erregte die Aufmerksamkeit der britischen Regierung, die großen Einfluss auf den Völkerbund hatte. Deshalb war es ihm möglich, ab 1930 für zehn Jahre in Genf als Diplomat und Abteilungsleiter des Völkerbundes zu arbeiten. Angesichts der europäischen Katastrophe emigrierte er nach Amerika, wo er als Universitätsprofessor an der American University in Washington und Konsulent des US-Außenamtes die Regierung der USA im Kampf gegen Hitler-Deutschland unterstützte. Dort wetterte er zusammen mit seinem jüngeren Kollegen Leopold Kohr auf journalistischem Weg gegen das nationalsozialistische Deutschland (z.B. über die New York Times).

Kurz nach Kriegsende wurde er als Beamter, Abteilungsleiter und Diplomat in den Dienst der UNO gestellt, deren Wegbereiter er durch sein Werk The International Secretariat - A Great Experiment in International Administration selbst geworden ist. Ranshofen-Wertheimer und Kohr setzten sie sich unter anderem auch für die Unabhängigkeit Österreichs ein. Die rasche Aufnahme der jungen Zweiten Republik in die Vereinten Nationen (1955) hat Österreich ebenfalls nicht minder dem Engagement Ranshofen-Wertheimers zu erdanken.
Egon Ranshofen-Wertheimer liegt im Grab seiner Familie auf dem Friedhof des Schlosses Ranshofen begraben.

Die 16. Braunauer Zeitgeschichte-Tage werden sich Ende September 2007 unter dem Titel „Peacemakers Manual“ mit Egon Ranshofen-Wertheimer beschäftigen.

Publikationen

Egon Wertheimer, Das Antlitz der britischen Arbeiterpartei. Verlag J.H.W. Dietz Nachf., Berlin 1929.

Egon Ranshofen-Wertheimer, Victory is not enough. The strategy for a lasting peace. W.W. Norton & Company Publishers, New York 1942.

Egon Ranshofen-Wertheimer, The International Secretariat - A Great Experiment in International Administration. Carnegie Endowment For International Peace, Washington 1945


Übernommen von: Wikipedia
 
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