OÖNachrichten 30. April 2008


Hugo Meisl im Blickfeld

BRAUNAU. Es gab eine Zeit, da waren Österreichs Fußballer das Maß aller Dinge. Sie räumten europäische Pokale ab, sie begeisterten als Wunderteam die Fußballwelt – und sie wurden 1932 Europameister. „Welch erstaunlicher Kontrast zur heutigen Tristesse“, meint der Politikwissenschafter Andreas Maislinger, der bei den 17. Braunauer Zeitgeschichte-Tagen vom 27. bis 29. Juni auf die „Faszination Fußball“ setzen wird. Für Maislinger waren die einstigen Erfolge das Werk eines längst verstorbenen Mannes, nämlich von Hugo Meisl. Trotz seiner enormen Verdienste um den österreichischen und den europäischen Fußball ist Hugo Meisl heute in seiner Heimat weitgehend vergessen. „Ob das womöglich daran liegt, dass er Jude war?“, fragt sich Maislinger, der seit Jahren wissenschaftlicher Leiter der Zeitgeschichte-Tage ist und ganz bewusst die Traditionsveranstaltung mit Hugo Meisl eröffnen wird. Über Hugo Meisl ist erst vor kurzem eine ausführliche Biografie unter dem Titel „Hugo Meisl und die Erfindung des modernen Fußballs“ erschienen. Verfasst wurde sie von den beiden Historikern Andreas und Wolfgang Hafer, die zugleich die Enkel des großen Österreichers sind.

 
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