18. Braunauer Zeitgeschichte-Tage „Verkleinerte Welt“
Das Wirtshaus als politischer Ort
Braunau am Inn, Kultur im Gugg, 2.- 4. Oktober 2009


Argumentationstraining gegen Stammtischparolen

"Wir haben viel zu laue Strafgesetze!"
"Die Osterweiterung kostet uns Arbeitsplätze!"
"Alle Schwarzen sind Drogendealer!"

Wer kennt sie nicht, die Sprüche und Parolen, die uns unvermutet begegnen? Was ist ihnen entgegenzusetzen? Wieso fallen uns die besten Argumente meistens erst hinterher ein? Das Argumentationstraining fördert Zivilcourage und ermutigt zu engagiertem Handeln im Alltag.

Die Trainingsmethode sucht Antworten auf Stammtischparolen und bietet einen Übungsraum: Die TeilnehmerInnen üben Argumentationsstrategien und werden ermutigt, zu intervenieren und bei öffentlich geäußerten populistischen Parolen effektiven Widerspruch zu artikulieren. Geübt wird, die eigene Position – auch gegen Widerstände – zu vertreten.

Die TeilnehmerInnen sammeln in einem Brainstorming "Stammtischparolen" – aggressive, ausgrenzende und diskriminierende, schlagwortartig vorgebrachte Äußerungen. In simulierten Gesprächssituationen "am Stammtisch" werden mögliche Reaktionsweisen ausprobiert; die anschließende Analyse und Erarbeitung von Strategien ermöglichen eine Verbesserung der Argumentation auf emotionaler, rhetorischer und inhaltlich-sachlicher Ebene. Die politischen Inhalte der Parolen werden in Hinblick auf ihre Nähe zu Autoritarismus, Politpopulismus und Rechtsextremismus untersucht.

Das von dem deutschen Politologen Klaus-Peter Hufer entwickelte Argumentationstraining wird in der politischen Erwachsenenbildung eingesetzt. Neben der politischen Information und Meinungsbildung werden auch psychologische Kenntnisse und rhetorische Fähigkeiten vermittelt; daher ist die Methode ein Beispiel für einen integrativen Ansatz in der Politikdidaktik.

Training:
Die ein- bis zweitägigen Argumentationstrainings können allgemein zu "Stammtischparolen" oder zu speziellen Themen wie Europäische Union, Gender, Sozialpolitik, Migration oder Asylpolitik durchgeführt werden. Bildungseinrichtungen, die Argumentationstrainings veranstalten möchten, können diese auch bei der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung als Projektantrag zur Förderung einreichen.

TrainerInnenausbildung:
ErwachsenenbildnerInnen, die selbst Argumentationstrainings gegen Stammtischparolen leiten möchten, sind eingeladen, einen zweitägigen Train-the-Trainer-Workshop zu besuchen. Die Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung veranstaltet mehrmals jährlich TrainerInnenausbildungen. Die ausgebildeten TrainerInnen werden auf Wunsch als ReferentInnen vermittelt; ihnen steht eine Box mit Materialien und Literatur zur Verfügung.


Übernommen von: Österreichische Gesellschaft für politische Bildung


 
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