18. Braunauer Zeitgeschichte-Tage „Verkleinerte Welt“
Das Wirtshaus als politischer Ort
Braunau am Inn, Kultur im Gugg, 2.- 4. Oktober 2009


Tips 22. September 2009


Im Leopold-Kohr-Jahr 2009:
Die Akademie im Wirtshaussaal

BRAUNAU. Die Zeitgeschichte-Tage 2009 beschäftigen sich im Oktober mit „dem Wirtshaus als politischen Ort“. Die Tips wirft vorab einen Blick auf das Leopold-Kohr-Jahr.

Politik ist das Gestalten unseres Miteinanders. „Und bei diesem Gestalten möchte ich gerne mitreden und mitentscheiden“, sagt Erik Schnaitl. „Der Austausch über unsere Zukunft muss an das Licht der Öffentlichkeit, raus aus den Büros der Politikerinnen und Politiker, auf die Straße, in die geselligen Runden im Privaten und zu den Wirtshaustischen.“
Darum organisierte Erik Schnaitl in Tarsdorf heuer sechs Abende unter dem Titel „Akademisches Wirtshaus“. Eine Anregung dazu war das Gedenkjahr „100 Jahre Leopold Kohr“. Schnaitl erklärt: „Kohr prägte den Begriff des Akademischen Wirtshauses. Dort gibt es neben gutem Essen und gutem Trinken auch gute Gespräche.“ Kohr war der Überzeugung: Wenn selbst Wissenschaft und Universität von Staat und Wirtschaft beeinflusst sind, dann bleibt nur mehr das Wirtshaus als Ort der nicht beeinflussten gesellschaftlichen Diskussion. Die Basis des „Akademischen Wirtshauses“ sind nicht notwendigerweise Gäste, die akademisch gebildet sind, sondern Gäste mit einem wachen Geist, der quasi akademisch geladen ist.

Politische Orte
Erik Schnaitl ergänzt diese Überlegungen: „Das Wirtshaus ist ein politischer Ort, weil jeder Ort, an dem Menschen zusammenkommen und über unsere Gesellschaft reden - oder auch darüber schweigen - ein politischer Ort ist. Wir können nicht nicht-politisch sein. Denn ein schweigendes Zustimmen zum Istzustand ist auch schon eine, zwar passive, doch politische Handlung.“


 
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