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20. Braunauer Zeitgeschichte-Tage „Schwieriges Erbe“
19 Jahre nach dem „Unerwünschten Erbe“ 1992
Braunau am Inn, Kultur im Gugg, 23.- 25. September 2011
OÖNachrichten 27. September 2011
„Es sollte eine gute Lösung rauskommen!“

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer im Gespräch mit Senior Editor Max Hofer im OÖN-Haus in Braunau Bild: mahu
BRAUNAU. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer eröffnete vergangenen Freitag die 20. Braunauer Zeitgeschichte-Tage. Zuvor war die ranghöchste Frau der Republik Gast im OÖN-Haus in Braunau, wo sie sich Fragen von Senior Editor Max Hofer stellte.
OÖN: Frau Präsident, derzeit gibt es rund um das Hitler-Haus heftige Debatten über die künftige Verwendung. Was für eine Nutzung wäre für Sie vorstellbar?
Prammer: Ich bin da sehr flexibel und aufgeschlossen. Natürlich muss man das Thema sensibel angehen. Was auch immer künftig mit dem Hitler-Haus passieren wird, am Ende sollte eine gute Lösung herauskommen. Ich bin zuversichtlich, dass in vorheriger Absprache mit der Hausbesitzerin letztlich alles ein gutes Ende nehmen wird.
OÖN: Sie haben demnach nicht die Befürchtung, dass das Hitler-Haus in Braunau so wie die Geburtshäuser von Stalin und Mussolini zur Pilgerstätte von Alt- und Neo-Nazis verkommen könnte?
Prammer: Das muss natürlich tunlichst vermieden werden. Es gibt ja genug positive Beispiele. Die Stadt Linz zum Beispiel hat ihre Vergangenheit hervorragend aufgearbeitet und als Kulturhauptstadt ihre Chancen genützt, und auch in Mauthausen ist man sehr aktiv und geht das Thema Vergangenheit sehr offensiv an.
OÖN: Wie wichtig ist es eigentlich, die Vergangenheit nicht zu vergessen?
Prammer: Was ist denn Vergangenheit? Vergangenheit ist alles, was Geschichte ist. Und wir können uns unsere Geschichte nun einmal nicht aussuchen. Wir alle wissen, dass es lichte Momente gab und dann wieder dunkle, und dieser Tatsache muss man sich stellen.
OÖN: Wie stehen Sie persönlich zu den Braunauer Zeitgeschichte-Tagen?
Prammer: Ich halte sie für einen gelungenen Versuch, einen Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft zu spannen. Sie sind wissenschaftlich hervorragend aufgearbeitet, und dadurch kann man sie auch gut zu den Leuten bringen.
OÖN: Sind Sie das erste Mal bei den Zeitgeschichte-Tagen in Braunau?
Prammer: Ja, und ich freue mich wirklich sehr, eingeladen worden zu sein. Ich werde die Eröffnungsrede halten.
Braunauer Zeitgeschichte-Tage: Branko Lustig kam verspätet
Der Produzent von „Schindlers Liste“ und „Gladiator“ reiste aus München an , wo er dem Vernehmen nach das Oktoberfest besucht hatte. Das soll auch der Grund für Branko Lustigs verspätetes Eintreffen gewesen sein. Am Sonntag besuchte er gemeinsam mit Erika Rosenberg und seiner Frau Mirjana das Grab von Oskar Schindler in Waldkraiburg, den Lustig bei den Zeitgeschichte-Tagen sehr gewürdigt hatte.
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