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20. Braunauer Zeitgeschichte-Tage „Schwieriges Erbe“
19 Jahre nach dem „Unerwünschten Erbe“ 1992
Braunau am Inn, Kultur im Gugg, 23.- 25. September 2011
Waldkraiburger Nachrichten 27. September 2011
Branko Lustig, Produzent von "Schindlers Liste", besucht Grab von Emilie Schindler am Waldfriedhof
Rote Rosen zu Ehren einer Juden-Retterin
Von Johann Grundner
Waldkraiburg - Branko Lustig, Holocaust-Überlebender, Oscar-Preisträger und Produzent des Films "Schindlers Liste", hat am Sonntag das Grab von Emilie Schindler auf dem Waldkraiburger Waldfriedhof besucht, um der Frau zu gedenken, die zusammen mit ihrem Mann Oscar im Zweiten Weltkrieg etwa 1200 Juden vor dem Tod gerettet hatte. Der 79-jährige Filmemacher wurde dabei unter anderen von der Schindler-Biographin Erika Rosenberg begleitet. Bürgermeister Siegfried Klika hieß die Besucher am Waldfriedhof willkommen.
© OVB
Einer mutigen Frau gedacht (von links): Andreas Maislinger, Schindler-Biographin Erika Rosenberg, Bürgermeister Siegfried Klika (im Hintergrund) und Branko Lustig, Holocaust-Überlebender und Produzent des Films "Schindlers Liste", mit seiner Frau Mirjana. Fotos hg
Branko Lustig, 1932 als Kind einer jüdischen Familie im kroatischen Osijek geboren, überlebte die Konzentrationslager Auschwitz und Bergen-Belsen. Bekannt wurde der erfolgreiche Filmproduzent in den 90er-Jahren durch den Film "Schindlers Liste" unter der Regie von Steven Spielberg. Dieser Film wurde ebenso wie später "Gladiator" mit einem Oscar ausgezeichnet.
Lustig, der wie seine Frau Mirjana eine rote Rose am Grab niederlegte, war von Braunau nach Waldkraiburg gekommen. Als einer der prominentesten Teilnehmer hatte er dort bei den 20. Zeitgeschichte-Tagen zum Thema "Schwieriges Erbe" die Frau von Oscar Schindler gewürdigt. Bei dieser Gelegenheit drückte er auch sein Bedauern aus, das bereits gedrehte Szenen über Emilie Schindler aus dramaturgischen Gründen nicht in den Film aufgenommen wurden. Die langjährige Freundin und Biographin Schindlers, Erika Rosenberg, bedankte sich dafür bei dem Filmproduzenten.
Lustig unterstützt auch die Idee, im Geburtshaus Adolf Hitlers in Braunau ein Haus des Gedenkens und der Begegnung einzurichten. Dafür setzt sich seit vielen Jahren der wissenschaftliche Leiter der Braunauer Tagung, Andreas Maislinger, ein, der ebenfalls nach Waldkraiburg gekommen war.
Emilie Schindler, die 1907 im mährischen Alt-Moletein geboren wurde und 1949 nach Argentinien auswanderte, kehrte kurz vor ihrem Tod nach Deutschland zurück. Ihren Lebensabend solte sie im Kreise von sudetendeutschen Landsleuten im Adalber-Stifter-Wohnheim verbringen. Dazu kam es nicht mehr. Die mutige Frau starb in einer Klinik in Berlin und wurde am 19. Oktober 2001 auf dem Waldfriedhof beerdigt.
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