Neues Volksblatt, 26. August 1995

Braunauer "Zeitgeschichte-Tage" zum Thema:

Jägerstätter und Zeugen Jehovas

LINZ - Mit einer brisanten Fragestellung werden sich die diesjährigen "Braunauer Zeitgeschichte-Tage" (22. bis 24. September) befassen: Hatte der unter dem NS-Regime hingerichtete Innviertler Wehrdienstverweigerer Franz Jägerstätter ein "Naheverhältnis" zu den Zeugen Jehovas?

Andreas Maislinger, Initiator der Tagung, dazu: "Man weiß, daß gute Bekannte Jägerstätters Zeugen Jehovas waren, man darf daher die Frage nach dem Verhältnis Jägerstätters zu den Zeugen Jehovas nicht ausklammern." Maislinger hat zu der Tagung Vertreter der "Zeugen Jehovas", des Kameradschaftsbundes und der Bundesvereinigung der Opfer der NS-Justiz eingeladen.

Das Generalthema der Tagung lautet "Not-wendiger Verrat", die Person Jägerstätters soll dabei im Mittelpunkt stehen. Der Innviertler Mesner und Bauer aus St. Radegund hatte aus religiösen Gründen den Wehrdienst verweigert und wurde deshalb 1943 hingerichtet. Ein Seligsprechungsprozeß ist in Rom anhängig, verzögert sich aber immer wieder.

 
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