![]() |
|
28. September 1998 Thomas Brechenmacher an Thomas ChorherrUNIVERSITÄT
DER BUNDESWEHR MÜNCHEN
Herrn Professor 28. September 1998 Betr.: Ihr
Kommentar "Ich heiße Thomas - Gott sein Dank!" Sehr geehrter Herr Professor, hätten Sie oder einer Ihrer Mitarbeiter an den Braunauer Zeitgeschichte- Tagen zum Thema "Belastete Namen" teilgenommen, so wäre Ihnen schnell bewußt geworden, daß es nicht darum ging, Namen irgendwelche "Belastungen" anzudichten, sondern im Gespräch mit Betroffenen zu erfahren, inwiefern sie ihre Namen als "Belastung" empfinden und wie sie gegebenenfalls mit dieser Belastung umgehen. Das Interesse der Tagung lag nicht darin, Vorurteile zu zementieren, sondern Urteile zu ermöglichen. Ihrer Anregung mit "dieser Aufarbeitung von Namen endlich aufzuhören", kann ich nicht nur aus diesem Grund keineswegs zustimmen. Namen - insbesondere Vornamen - sind Indikatoren: das wissenschaftliche Projekt, das ich seit Jahren zusammen mit Michael Wolffsohn durchführe und dessen Ergebnisse ich u.a. in Braunau vorstellte, erweist dies zweifelsfrei, Voraussetzung für einen Kommentar dazu wäre gewesen, diese Ergebnisse erst einmal zur Kenntnis zu nehmen (vgl. etwa die fundierte Berichterstattung von Alfons Kaiser in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 25.9.1998, S. 13 sowie - ab Februar 1999 im Handel - Michael Wolffsohn/Thomas Brechenmacher: Die Deutschen und ihre Vornamen. Zweihundert Jahre Politik und öffentliche Meinung). Mit sehr freundlichen Grüßen (Dr. Thomas Brechenmacher) |
|
||||||||||||||||
| Seitenanfang | |||||||||||||||||