Braunauer Rundschau, 26. 8. 1999

Kommentar
Reinhold Klika
rklika@rundschau.co.at

Notwendig!

Ja habīn wir dös not! Das werden sich viele Braunauer fragen, wenn sie vom heurigen (neuen) Thema der Zeitgeschichte-Tage erfahren. Die Organisatoren haben das ursprüngliche Programm über den Haufen geworfen und Albaner, Bosnier, Kroaten und Serben zu einer "Notwendigen Begegnung" - so das Motto der Veranstaltung - nach Braunau eingeladen.

Natürlich wird Braunau damit nicht Geschichte schreiben und eine Versöhnung der zerstrittenen Völker am Balkan bewirken. Das dauert wahrscheinlich Jahrzehnte, Generationen. Wer immer aber einen Beitrag dazu leisten kann, soll ein Zeichen setzen. Gerade Braunau ist aufgerufen, für ein friedvolles Zusammenleben der Völker mehr zu tun als nur Betroffenheit zu zeigen oder Resolutionen zu verabschieden.

Die Zeitgeschichte-Tage im September sind ein winzig kleiner Beitrag dazu. Ein Nebenschauplatz, an dem Betroffene zu Wort kommen und gemeinsam mit Wissenschaftlern nach Möglichkeiten suchen, den Konflikt zu entschärfen. Hier, in Braunau, werden die Kosovo-Albaner und Serben aber auch Auswege aus dem Teufelskreis des Hasses erfahren. Anhand von Beispielen aus Russland, Deutschland, Frankreich und Polen.

Die Zeitgeschichte-Tage bieten ein Forum zum Reden, zeigen Lösungsmöglichkeiten auf. Und sind damit ein absolut notwendiger Beitrag zur Versöhnung.

 
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