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Braunauer Rundschau
30. September 1999
Serbische Botschaft kniff:
"Braunau ist uns zu belastet"
Zeitgeschichte-Tage
zeigten, wie schwer Versöhnung fällt
BRAUNAU. "Braunau
hat ein bestimmtes Image in der Welt. Es fällt uns nicht schwer,
damit umzugehen, seit wir Braunau als Ort der Begegnung anbieten",
sagte Bürgermeister Gerhard Skiba bei der Eröffnung der Zeitgeschichte-Tage.
Umso mehr überraschte es den veranstaltenden Verein, daß
die serbische Botschaft in Österreich ihre seit Wochen abgesprochene
Teilnahme an den "Notwendigen Begegnungen" plötzlich
abgesagt hat. Der Ort Braunau sei zu belastet, so die Begründung.
Versöhnung
ist schwierig, manchmal sogar unmöglich. Daß es dennoch Anlaß
gibt, Begegnungen zu suchen, bewiesen mehrere Referate und Gesprächsrunden
im Lauf der Tagung.
Ein nüchternes
Bild zeichnete Tilman Zülch, der Gründer und Leiter der Gesellschaft
für bedrohte Völker. Er und sein Team sind täglich mit
furchtbaren Schicksalen von Flüchtlingen konfrontiert. Völkermord
und Vertreibung gehören für ihn zusammen, wobei er sich auf
die minutiöse Recherche der Opfer auf jeder Seite konzentriert.
Nach den Albanern, die im Kosovo Opfer von Mord und Vertreibung geworden
sind, sind jetzt die Volksgruppen der Roma und Aschkali ihrerseits Verfolgungen
der Albaner ausgesetzt. "Möglicherweise ist das Opfer von
gestern der Täter von morgen." In der umstrittenenen Frage,
Völkermord gewaltsam zu beenden, spricht er sich dezidiert für
militärische Eingriffe aus.
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