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8. Braunauer Zeitgeschichte-Tage "Notwendige Begegnungen"
Albaner, Bosnier, Kroaten, Roma, Serben
Braunau am Inn, Kultur im Gugg 24. - 26. September 1999
Malte Olschewski
Der Vortragende und Autor Malte Olschewski wurde 1940 in Klagenfurt geboren. Er hat in Wien das Studium der Germanistik und Publizistik mit einer Dissertation über die Titopartisanen abgeschlossen. Er war ab 1964 Redakteur des "Volksblattes", der Tageszeitung "Die Presse" und der "Arbeiterzeitung". Dazwischen war Olschewski zwei Jahre freier Korrespondent in Asien mit Schwerpunkt Krieg in Indochina. Ein Jahr verbrachte er als freier Korrespondent in Lateinamerika. Der Autor hat über hundert Staaten der Welt besucht. Von 1983 bis 1990 war Olschewski Redakteur der Osteuropa-Redaktion im ORF. Er hat in dieser Funktion 15 TV-Dokumentationen über kommunistische Länder verfasst. Darunter auch eine Dokumentation über Nordkorea, den Warschaupakt, 70 Jahre Revolution, Georgien, ect. . Mit Ende des Kommunismus in Osteuropa hat der Autor begonnen Bücher zu schreiben. Bisherige Publikationen: "Ceausescu: Phänomen der Macht" bei Ueberreuther, 1990. "Krieg als Show: Die Neue Weltinformationsordnung" bei Log International, 1992. "Der Serbische Mythos" bei Herbig in München. In diesen Tagen erscheint im Nidda -Verlag in Deutschland sein Buch über den Kosovo:
"Der Krieg um den Kosovo: Serbiens neue Schlacht am Amselfeld." Für Ende des Jahres ist vom Wiener Braumüller-Universitätsverlag eine Gesamtdarstellung des Kriegerkrieges in Jugoslawiens geplant: "Von den Karawanken bis zum Kosovo: Die geheime Geschichte des Bürgerkrieges in Jugoslawien". Neben den Buchpublikationen hat Olschewski vor verschiedenen Foren videounterstützte Vorträge über den Kuwait-Krieg und über Jugoslawien gehalten.
Olschewski geht es in seinen Büchern vor allem um die Erschließung neuer Informationsquellen. Der Autor sieht in der neuen Informationstechnik neue und zusätzliche Möglichkeiten, sich der Wahrheit zu nähern. Als konventionelle Quellen sieht der Autor nachträgliche Recherchen vor Ort, Interviews, Sammeln von Materialien und das Studium verschiedener Publikationen an. Neue Informationsquellen sind für Olschewski das fachgerechte Interpretieren des anfallenden Fernseh-Rohmaterials. Zu jeder aktuellen Entwicklung stürzen über die TV- Stationen ungeheure Mengen Bildmaterials herein, von denen nur etwa drei Prozent auf den Bildschirm gelangen. Die Analyse des Gesamtmaterials durch Experten kann eine neue Dimension bei der Suche nach der Wahrheit öffnen. Der Autor hat zu diesem Zweck seit Beginn des Bürgerkrieges in Jugoslawien etwa hundert Stunden Fernsehrohmaterial auf eigenen Kassetten gespeichert. Dieses Material hat er zusammen mit jugoslawischen Journalisten, Militärs, Historikern und anderen Experten analysiert. Das Bild kann angehalten, genauer betrachtet und notfalls mehrmals abgespielt werden. Man kann in die Geräuschebene hineinhören. Worte, Sätze und Ausrufe können genau übersetzt werden. Die zweite neuartige Quelle sind die Dateien der verschiedenen Nachrichtenagenturen. Hier können durch Eingabe des Datums alle Meldungen eines betreffenden Tages abgerufen werden. Durch stichwortverschmische Eingaben können Meldungen eines bestimmten Zeitraums ausgedruckt werden, die die thematisch verflochten sind. Als dritte neuartige Quelle sucht der Autor auch das Internet zu nutzen. Aus der Zusammenschau dieser neuen Techniken mit den konventionellen Quellen kann ein wesentlich höherer Grad an Bestimmtheit und an Wahrheit erreicht werden. In dieser Synthese etwa tritt die antiserbische Schwarzweiß-Malerei zugunsten eines differenzierten Bildes zurück.
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