Karel Zelenka , Dipl.-Ing.

Geboren am 8. Dezember 1945 in Prag als drittes Kind von Karel und Marta geb. Cerná. Meine Eltern stammten aus der Prager Umgebung, mein Vater aus Lidice mit allen dazugehörigen Konsequenzen.

Meine Kindheit wurde durch die politische Entwicklung des Landes geprägt, in den 50er Jahren Volksschule, seit 1960 Gymnasium und Abitur 1963. Schon am Gymnasium, beeinflußt vom lockeren Ambiente, begannen wir an der offiziellen Propaganda zu zweifeln. In diesen Jahren durften wir erstmal sogar das sozialistische Ausland (1962 Polen) entdecken und steigende Liberalisierung des gesellschaftlichen Lebens geniessen.

Dieser Prozess gipfeltet während des Studiums an der Hochschule für Ökonomie (Aussenhandel) im Prager Frühling und mit dem Einmarsch im August 1968. In diesem Jahr haben wir promoviert und mußten für ein Jahr zur Armee. Inzwischen haben viele unserer Mitschüler und Freunde das Land verlassen (darunter auch meine Schwester und die von meiner Frau).

Mein Vater wurde aus der KPTsch ausgeschlossen und in Rente gesetzt. Auf Grund der sogenannten Normalisierung und allgemeiner Verschärfung der Lage durfte ich im Außenhandel praktisch nie arbeiten weil ich als unzuverlässiges Element (negativer Einfluß der emigrierten Verwandtschaft) galt. So begann ich im Jugendreisebüro CKM zu arbeiten, wo ich zuerst Referatsleiter, später Abteilungsleiter für sozialistische Länder war.

Im Jahr 1982 wechselte ich zur Agentur der bildenden Kunst Art Centrum, wo ich bis 1987 wirkte. In dieser Phase begann auch das System zu bröckeln udn ich verließ das Büro um selbständig als Betreuer und Übersetzer mein Geld zu verdienen. Es war eine schöne und spannende Zeit vor der Wende und ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, daß über meinen Standard und Einkommen nicht die vorgesetzten Genossen, sondern ich selbst entscheide. Bis 1993 blieb ich diesem Job treu.

Damals nahm ich eher per Zufall an einem Aufnahmeverfahren im Außenministerium teil. Resultat dieser Initiative war meine Nominierung als Botschaftssekretär nach Wien, wo ich in der Handelsabteilung, seit 1996 als Leiter, arbeitete. 1998, nach dem Ablauf meiner Frist, kehrte ich nach Prag zurück und da erhielt ich das Angebot der Tschechischen Zentrale für Tourismus. So kam ich nach knapp drei Monaten wieder nach Österreich.

Bei meiner Arbeit als Leiter der Tourismus-Zentrale in der Herrengasse hilft mir natürlich meine fast siebenjährige Erfahrung in Österreich. Obwohl ohne diplomatische Würde, kommt mir diese Arbeit bunt, interessant und nützlich vor.

Ich bin seit 1971 mit Marie, geb. Janiková, verheiratet. Unsere zwei Töchter sind 16 und 28 Jahre alt, beide leben in Prag und dazu haben wir eine zweijährige Enkeltochter.

 
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