Einigkeit bei den Zeitgeschichtstagen

Vorschlag der Historiker: Hitler-Haus beschildern

Braunau.
Seltene Einigkeit unter Historikern: Bei den Braunauer Zeitgeschichtstagen wurde mehrmals angeregt, Hitlers Geburtshaus ordentlich zu beschildern und sachliche Informationen anzubieten.

Die Geburtsstadt des „Führers“ macht ihre Sache nicht schlecht, war ein Resümee der von Dr. Andreas Maislinger initiierten Veranstaltung, die weltweit (großteils positives) Echo ausgelöst hat. „In manchen Bereichen brauchen die Braunauer aber noch einen entkrampfteren Umgang mit diesem unerwünschten Erbe“, glaubt Maislinger, und nennt eines von mehreren Beispielen: „Warum getraut man sich auf die Ansichtskarten, auf denen das Hitler-Haus abgebildet ist, nicht auch Hitlers Geburtshaus d´raufschreiben?“

Ähnlich verhält es sich mit dem Gebäude in der Salzburger Vorstadt selbst. Viele neugierige Blicke, aber keine Antwort. Eine Hinweistafel „Hitlers Geburtshaus“ sollte nach Meinung der Historiker angebracht und dazu eine Broschüre mit rein sachlichen Informationen aufgelegt werden.

All jenen, die das „Erbe“ touristisch nutzen wollen, schreiben die Historiker ins Stammbuch: Dieser Schuß geht über kurz oder lang nach hinten los! Berchtesgaden beispielsweise behandelt seinen Obersalzberg, einst privates Hauptquartier von Hitler und Eva Braun, auf Kioskniveau und völlig unkritisch. „Diese Art von Vermarktung hat wesentlich mit dazu beigetragen, daß Berchtesgaden nicht die Winterolympiade zugesprochen erhalten hat“, ist einer der Kenner der Szene, der Nürnberger Kulturreferent Wolfgang Weiß, überzeugt.

Das Resümee dieser ersten Zeitgeschichtstage: Der gemeinsame Erfahrungsaustausch zwischen Historikern und Politikern war einen Versuch wert, der Umgang mit dem „Unerwünschten Erbe“ ist richtig.

Passauer Neue Presse
http://www.pnp.de

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